Deutsche Bank: Cryan muss sich mit 3,8 Millionen Euro begnügen

Deutsche Bank: Cryan muss sich mit 3,8 Millionen Euro begnügen

, aktualisiert 20. März 2017, 14:35 Uhr
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John Cryan: Nach dem zweiten Milliardenverlust in Folge kappt Deutsche Bank die Boni für ihre Top-Manager drastisch.

Deutsche Bank-Chef John Cryan macht es wie seine Vorstandskollegen und verzichtet auf seine Boni. Damit erhält er nur 3,8 Millionen Euro Grundgehalt. Seine Vorgänger bekamen zeitweise zweistellige Millionenbeträge.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat auch im vergangenen Jahr nicht zu den Spitzenverdienern im Dax gehört. Der Brite verzichtete wie seine Vorstandskollegen auf alle Boni und bekam nur sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausgezahlt, wie aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht hervorging. Weniger verdienten nach bisher vorliegenden Zahlen von 26 Unternehmen aus dem Dax nur die Vorstandschefs von E.ON, Infineon und der Lufthansa.

Cryans Vorgänger Anshu Jain und Josef Ackermann hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. Die Zeiten haben sich geändert: Auch wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, liegt die Gehaltsobergrenze bei der Deutschen Bank bei 9,85 Millionen Euro je Vorstand. Insgesamt kostete der Vorstand Deutschlands größte Bank im vergangenen Jahr 25,8 (2015: 22,7) Millionen Euro.

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Das neue Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. "Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen", heißt es im Vergütungsbericht. Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher, stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

Deutsche Bank Geldhaus kappt nach Milliardenverlust Boni drastisch

Tiefrote Zahlen, teurer Konzernumbau - das geht auch an den Mitarbeitern der Deutschen Bank nicht spurlos vorüber. Der Bonustopf fällt noch einmal deutlich kleiner aus als im Vorjahr.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main (Hessen). Quelle: dpa

Mit dem Boni-Verzicht reagierte der Vorstand auf die drastische Kürzung der variablen Vergütungen für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. Die gesamten Personalkosten gingen dadurch um 1,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro zurück. 316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756. Die beiden Spitzenverdiener lagen laut Vergütungsbericht zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Auch noch nach der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank einigen Investmentbankern zweistellige Millionensummen gezahlt.

Zum ersten Mal seit Jahren beschäftigt die Deutsche Bank weniger als 100.000 Mitarbeiter, obwohl im Controlling und in Überwachungs-Funktionen neue Stellen geschaffen wurden und ausgelagerte Aufgaben in den Konzern zurückgeholt wurden. Die Mitarbeiterzahl sank 2016 um 1360 auf 99.744. Der größte Teil des Stellenabbaus steht der Deutschen Bank noch bevor. Mit der Wiedereingliederung der Postbank dürfte er nochmals verschärft werden.

Stellenbau Deutsche Bank streicht offenbar erneut Jobs

Arbeitsplatzverluste bei der Deutschen Bank: Berichten zufolge streicht Deutschlands größtes Geldhaus Jobs im Aktien- und Anleihehandel. Die Kürzungen sind Teil des laufenden Sparprogramms von Vorstandschef Cryan.

Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt Quelle: AP
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