Deutsche Bank: Der große Verlierer der Neuaufstellung

Deutsche Bank: Der große Verlierer der Neuaufstellung

, aktualisiert 19. Mai 2015, 10:38 Uhr
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Bankmanager Rainer Neske ist seit 2009 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank.

Der Privatkundenchef der Deutschen Bank, Rainer Neske, will die Deutsche Bank verlassen. Die neue Strategie, die Anshu Jain und Jürgen Fitschen anvisieren, soll entscheidend dazu beigetragen haben.

Die neue Strategie der Deutschen Bank hat nach Medienberichten erste Konsequenzen für die Führungsspitze des Geldhauses. Privatkundenvorstand Rainer Neske wolle die Bank verlassen, berichtet das "Handelsblatt". Über Neskes Abschied werde am Mittwoch der Aufsichtsrat beraten. "Spiegel Online" berichtete, als Nachfolger sei Christian Ricken im Gespräch, der dem erweiterten Vorstand angehöre und bislang zweiter Mann hinter Neske in der Sparte sei. Noch seien sich Neske und die Bank aber nicht einig über die finanziellen Modalitäten der Trennung. Deutschlands größtes Geldhaus, das sich am Donnerstag auf eine turbulente Hauptversammlung einstellen muss, wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

Im Vorstand war Neske zuletzt in die Isolation geraten. Nach seinem Amtsantritt 2012 hat Co-Chef Anshu Jain Schlüsselposten vor allem mit Getreuen besetzt, die wie er aus dem Investmentbanking stammen. Neske gilt in Öffentlichkeit und Politik hingegen als guter Teil der Bank, als braves Gegengewicht zur Zockerei der Investmentbanker. Rund 38.000 Mitarbeiter und 27000 Filialen waren bsilang in seiner Verantwortung. Die Veränderungen durch die neue Strategie fordern insbesondere von seiner Sparte viel ab. 200 Filialschließungen bei der Deutschen Bank etwa. Neske gilt unter anderem deshalb als großer Verlierer der Neuaufstellung, die er stets abgelehnt haben soll.

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Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Achleitner verteidigt neue Strategie

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner vermeidet im Vorfeld der Hauptversammlung ein klares Bekenntnis zum Führungsduo Fitschen und Jain, stellt sich aber hinter die neue Strategie.

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner Quelle: REUTERS

Die Deutsche Bank hatte Ende April ihre mit Spannung erwartete "Strategie 2020" präsentiert. Am Ende kam es nicht zu der intern lange Zeit intensiv diskutierten Zerlegung in eine Privatkunden- und eine Investmentbank, sondern zur "kleinen" Lösung: Nur die Postbank wird verkauft - vorzugsweise über einen Börsengang.

So soll die Bilanz der Deutschen Bank auf einen Schlag deutlich gekürzt werden. Für Neske macht das einen großen Unterschied. Bei einer Zerlegung hätte er auf den Chefposten einer großen Filialbank aus der Postbank und den Deutsche-Bank-Filialen hoffen dürfen. Jetzt, da die Postbank wieder eigenständig werden soll, verliert er 14 Millionen Kunden, 15.000 Mitarbeiter und fast 50 Milliarden Euro an Spareinlagen. Und auch die verbleibenden sogenannten "blauen" Filialen des Mutterhauses sollen ordentlich zusammengestrichen werden, wie die Bank ankündigte. Von Neskes Bereich bleibt also kaum etwas übrig, während die Investmentbanker im Konzern weiter an Gewicht gewinnen.

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Insider berichteten schon länger von Spannungen zwischen Neske und Co-Vorstandschef Anshu Jain. Neske sei im Vorstand bereits vor der Strategieentscheidung isoliert gewesen, weil er nach Jains Auffassung nie eine überzeugende Vision für den Privatkundenbereich präsentiert habe. Jain monierte bei der Strategie-Präsentation auch ungewohnt offen, dass die Integration der Postbank in den Deutsche-Bank-Konzern in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Das Bonner Institut gehört seit 2010 mehrheitlich zum Branchenprimus.

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