Deutsche Bank: Deutsche-Bank-Fonds stimmen nicht ab

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Die beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain (l) und Jürgen Fitschen, während der Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag.

von Melanie Bergermann

Die Fonds der Deutschen Bank werden auf der heutigen Hauptversammlung der Deutschen Bank ihr Stimmrecht nicht wahrnehmen. Die Deutsche Asset&Wealth Management bestätigte dies auf Anfrage der WirtschaftWoche.

Die Fondsmanager haben sich gar nicht erst zur Hauptversammlung angemeldet und umgehen damit die heikle Situation, über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank abstimmen müssen. Im vergangenen Jahr hatten sich die Fondsmanager ebenfalls herausgehalten. Die Situation ist für die Portfoliomanager durchaus heikel. Würden sie den Vorstand der Deutschen Bank nicht entlasten, käme das einem Angriff auf ihre eigenen Chefs gleich. Als Fondsmanager sind sie aber auch Treuhänder des Vermögens ihrer Anleger und müssen die Interessen der Fondszeichner wahrnehmen.

Im Interesse der Anleger wäre es aber wohl, wenn sie die mit dem Aktienbesitz verbundenen Stimmrechte wahrnehmen würden. Insidern zufolge hätten sich die Fondsmanager nicht angreifbar machen wollen und sich deshalb entschieden die Stimmen gar nicht erst zur Hauptversammlung anzumelden. Sie machen hier einen Interessenkonflikt geltend.

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Auf einen Blick: Probleme bei der Deutschen Bank

  • Abgeschlagen: Marktkapitalisierung

    Im Ranking der wertvollsten Banken der Welt (nach Marktkapitalisierung in Milliarden Euro) landet die Deutsche Bank mit 40 Milliarden Euro auf Rang 40.
    Zum Vergleich: Die Industrial and Commercial Bank of China belegt mit 265 Milliarden Euro den ersten, Wells Fargo (USA) mit 259 Milliarden Euro den zweiten Platz.

    Auswahl, gerundet; Stand: 11.05.2015; Quelle: Bloomberg

  • Klar verfehlt: Ziele für 2015

    Die meisten für 2015 ausgegebenen Ziele haben Jürgen Fitschen und Anshu Jain nicht erreicht: Statt bei unter 65 Prozent liegt das Verhältnis von Kosten zu Erträgen bei 84 Prozent, statt einer Nachsteuerrendite von zwölf erzielte die Bank zuletzt drei Prozent, im Investmentbanking waren es fünf statt der avisierten 15 Prozent. Der Vorsteuergewinn im Privatkundengeschäft war 2014 weniger als halb so hoch wie geplant.

  • Rekordstrafe: Libor-Skandal

    2,2 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Bank wegen Manipulation von Libor und Euribor.

  • Im Visier der Justiz: Jürgen Fitschen

    Co-Chef Fitschen steht derzeit in München wegen versuchten Prozessbetrugs vor Gericht.

  • Im Visier der Aufseher: Anshu Jain

    Die Manipulation von Libor und Euribor setzt Co-Bankchef Jain unter Druck.

Alternativ hätten sie sich auch bei den Entlastungsfragen enthalten können. Eine Enthaltung bei dieser Frage könne allerdings wie eine indirekte Entlastung gewertet werden. Dieses Zeichen hätten sie nicht setzen wollen, heißt es intern. Jede Diskussion oder Interpretation des Abstimmungsverhaltens solle von vornherein vermieden werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Tochter der Deutschen Bank sich genauso verhalten. Das war allerdings nicht immer so. Früher waren die Fondsmanager mutiger. Nach Informationen der WirtschaftsWoche haben die Fonds mit dem DWS-Label bis 2013 regelmäßig an den Abstimmungen der eigenen Mutter teilgenommen. Wie sie auf den Hauptversammlungen der Deutschen Bank bis 2013 abgestimmt haben, wollte die Asset&Wealth-Management-Tochter der Deutschen Bank nicht erläutern.

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