Deutsche Bank: Deutsche Bank gibt Geschäftszweig in Russland auf

Deutsche Bank: Deutsche Bank gibt Geschäftszweig in Russland auf

Die Deutsche Bank zieht sich im Rahmen des laufenden Konzernumbaus teilweise aus Russland zurück. Der Handel von Wertpapieren und der Unternehmensfinanzierung wird zum Jahresende in Russland aufgegeben.

Die Deutsche Bank zieht sich aus dem Investmentbanking in Russland zurück. Damit sollten Komplexität, Kosten, Risiken und Kapitalaufwand reduziert werden, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt mit. Die Kunden sollten statt aus Moskau aus internationalen Finanzzentren wie Frankfurt und London betreut werden. Die Schließung soll bis zum Jahresende vollzogen werden.

Damit fallen rund 200 der 1300 Stellen in Russland weg, wie ein Insider sagte. Reiche Kunden in Russland sollen weiterhin vor Ort betreut werden, die Verwaltung der Konten soll aber ins Ausland verlagert werden. Im Global Transaction Banking (GTB), zu dem der Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierungen und andere Dienstleistungen zählen, will die Deutsche Bank in Russland vertreten bleiben.

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Auf einen Blick: Probleme bei der Deutschen Bank

  • Abgeschlagen: Marktkapitalisierung

    Im Ranking der wertvollsten Banken der Welt (nach Marktkapitalisierung in Milliarden Euro) landet die Deutsche Bank mit 40 Milliarden Euro auf Rang 40.
    Zum Vergleich: Die Industrial and Commercial Bank of China belegt mit 265 Milliarden Euro den ersten, Wells Fargo (USA) mit 259 Milliarden Euro den zweiten Platz.

    Auswahl, gerundet; Stand: 11.05.2015; Quelle: Bloomberg

  • Klar verfehlt: Ziele für 2015

    Die meisten für 2015 ausgegebenen Ziele haben Jürgen Fitschen und Anshu Jain nicht erreicht: Statt bei unter 65 Prozent liegt das Verhältnis von Kosten zu Erträgen bei 84 Prozent, statt einer Nachsteuerrendite von zwölf erzielte die Bank zuletzt drei Prozent, im Investmentbanking waren es fünf statt der avisierten 15 Prozent. Der Vorsteuergewinn im Privatkundengeschäft war 2014 weniger als halb so hoch wie geplant.

  • Rekordstrafe: Libor-Skandal

    2,2 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Bank wegen Manipulation von Libor und Euribor.

  • Im Visier der Justiz: Jürgen Fitschen

    Co-Chef Fitschen steht derzeit in München wegen versuchten Prozessbetrugs vor Gericht.

  • Im Visier der Aufseher: Anshu Jain

    Die Manipulation von Libor und Euribor setzt Co-Bankchef Jain unter Druck.

Russland-Chef Jörg Bongartz war nach neun Jahren bereits aus Moskau abgezogen worden. Er soll sich künftig von Frankfurt aus um Kunden in Mittel- und Osteuropa kümmern. Das Institut wird in Russland von einer Geldwäsche-Affäre erschüttert. Russische Kunden stehen unter Verdacht, über die Bank Schwarzgeld im Wert von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen zu haben. Das US-Justizministerium, mehrere Aufsichtsbehörden und die Bank selbst ermitteln in dem Fall.

Bereits am Montag hatte Reuters von einem Insider erfahren, die Bank wolle sich weitgehend aus Russland zurückziehen. Deutschlands größtes Geldhaus werde das Geschäft dort "sehr wahrscheinlich" zu 90 Prozent aufgeben, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. Nur das Transaction Banking, zu dem unter anderem der Zahlungsverkehr gehört, wolle die Bank weiter anbieten.

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Das Institut wird seit Monaten von einem mutmaßlichen Geldwäsche-Skandal in Russland erschüttert. Kunden stehen im Verdacht, über die Bank Rubel im Volumen von mindestens sechs Milliarden Dollar gewaschen zu haben. Die Deutsche Bank wollte sich zu möglichen Veränderungen in Russland nicht äußern.

Wie am Wochenende bekanntwurde, hat sie ihren Russland-Chef nach Frankfurt abberufen. Jörg Bongartz solle sich künftig von dort aus um Kunden in Mittel- und Osteuropa kümmern.

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