Deutsche Bank: EZB-Aufseher erwägen Prüfung der Großaktionäre

Deutsche Bank: EZB-Aufseher erwägen Prüfung der Großaktionäre

, aktualisiert 17. Juli 2017, 07:23 Uhr
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Haben die Deutsche-Bank-Großaktionäre China und Katar zu starken Einfluss beim größten deutschen Geldhaus?

Die beiden größten Anteilseigner der Deutschen Bank, Katar und China, rücken ins Visier der Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank. Laut einem Bericht wollen sie den Einfluss der Großaktionäre überprüfen.

Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) erwägen einem Zeitungsbericht zufolge eine Überprüfung die beiden größten Deutsche-Bank-Anteilseigner aus China und Katar. Es könne ein sogenanntes Inhaberkontrollverfahren geben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Aufsichtskreise. Die beiden Teilhaber - das chinesische Unternehmen HNA und die Herrscherfamilie von Katar - kontrollierten zwar nur jeweils etwas weniger als zehn Prozent der Anteile, würden aber womöglich trotzdem erheblichen Einfluss ausüben.

Die Aufseher würden daher erwägen, ein solches Verfahren anzustoßen, obwohl das deutsche Kreditwesengesetz dies erst ab einem Anteil von zehn Prozent vorsieht. Dabei wird untersucht, ob der Anteilseigner vertrauenswürdig und finanziell gesund ist, woher das Geld für das Investment kommt, und ob der Investor in kriminelle Handlungen wie etwa Geldwäsche oder Terrorfinanzierung verwickelt ist.

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Die EZB und die Deutsche Bank wollten sich am Sonntagabend auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

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Filialschließungen, Arbeitsplatzabbau und Boni-Kürzungen: Die Belegschaft des größten deutschen Geldhauses macht sich Sorgen. Quelle: Reuters

Im Fall der Deutschen Bank könne die EZB-Aufsicht erstmals eine Ausnahmeregelung nutzen, die ein Verfahren auch bei Anteilen unter zehn Prozent zulasse, berichtete die Zeitung. Dazu müssten die Finanzaufseher nachweisen, dass die Aktionäre erheblichen Einfluss auf das Geldhaus ausüben. "Wie das ausgeht, ist noch offen, aber sie werden wohl behandelt, als hielten sie mehr als zehn Prozent", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" einen Insider.

Die beiden Großaktionäre haben jeweils einen eigenen Vertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Darüber hinaus können sie zusammen angesichts der notorisch niedrigen Präsenz auf der Hauptversammlung wichtige Entscheidungen der Bank blockieren.

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