Deutsche Bank: Führungsspitze kassiert weniger als im Vorjahr

Deutsche Bank: Führungsspitze kassiert weniger als im Vorjahr

Die Deutsche Bank zieht ihren Geschäftsbericht vor. Das Führungsduo Jain/Fitschen verdiente 2014 erneut bestens, wenngleich etwas weniger als im Vorjahr. Details zum künftigen Kurs gibt es weiterhin nicht.

Der Gewinnsprung der Deutschen Bank 2014 zahlt sich auch für die Führungsspitze aus: Die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen kassieren für das abgelaufene Jahr jeweils rund 6,7 Millionen Euro. Das geht aus dem Geschäftsbericht des Frankfurter Dax-Konzerns hervor, den die Bank überraschend bereits am Freitagabend veröffentlichte.

Für 2013 - das erste volle Geschäftsjahr an der Konzernspitze - waren Jain und Fitschen mit je rund 7,5 Millionen Euro noch etwas höher entlohnt worden. Geplant war die Vorlage des Berichts ursprünglich erst für den nächsten Dienstag (24. März).

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Die Deutsche-Bank-Doppelspitze in Zitaten

  • Halbzeitbilanz für Jain und Fitschen

    Am 1. Juni 2012 übernahmen Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Deutsche-Bank-Führung. Ein Rückblick in Zitaten:

  • Fitschen am 4.9.2012 in Frankfurt über die Aufgabe der Branche, Vertrauen zurückzugewinnen

    „Schöne Broschüren, wo alles richtig beschrieben ist, werden uns nicht einen Millimeter voranbringen.“

  • Fitschen am 8.11.2012 in Hamburg zur Einstufung seines Instituts als einzige systemrelevante Bank in Deutschland.

    „Die Deutsche Bank ist nicht gefährlich.“

  • Fitschen am 17.11.2012 in Berlin zur Zusammenarbeit mit Jain.

    „Anshu sagte mir einmal, dass er mit mir mehr spricht als mit seiner Frau. Das ist langfristig natürlich gar nicht gut für die Ehe.“

  • Jain am 17.11.2012 in Berlin zur Zusammenarbeit mit Fitschen.

    „Das ist tatsächlich vergleichbar mit einer Ehe. Man muss viel einbringen, aber man hat auch gemeinsame Werte.“

  • Fitschen am 17.12.2012 in Essen in Anspielung auf seinen umstrittenen Beschwerdeanruf beim hessischen Ministerpräsidenten nach der Steuerrazzia in der Deutschen Bank.

    „Ich bin etwas heiser, ich musste öfter telefonieren.“

  • Jain bei der Bilanz-Vorlage der Deutschen Bank am 31.1.2013 in Frankfurt zu den fünf Kernaufgaben des Instituts.)

    „Zuallererst Kapital, daneben Kosten, Kompetenzen, Kunden und Kultur.“

  • Fitschen bei der Bilanz-Vorlage am 31.1.2013 in Frankfurt.

    „Ein kultureller Wandel ist zwingend erforderlich.“

  • Fitschen bei der Bilanz-Vorlage am 31.1.2013 in Frankfurt über den „Kulturwandel“.

    „Wer bei uns arbeitet und diese Werte nicht respektiert, der sollte besser gehen, das haben wir jedem gesagt.“

  • Jain am 30.4.2013 in einer Telefonkonferenz nach der überraschenden Kapitalerhöhung des Konzerns.

    „Heute können wir sagen, dass der Hungermarsch vorbei ist.“

  • Fitschen bei der Hauptversammlung am 23.5.2013 in Frankfurt zur anhaltenden Kritik an Geschäften der Deutschen Bank.

    „Wir stellen uns der Kritik. Das bedeutet nicht, dass wir jedem nachgeben, der meint, die Bank an den Pranger stellen zu können.“

  • Jain zur Bilanzvorlage am 29.1.2014 in Frankfurt.

    „Wir haben gewisse Fehler gemacht. Ich übernehme dafür die Verantwortung.“

  • Jain bei der Hauptversammlung am 22.5.2014 in Frankfurt.

    „Keine deutsche Bank ist so global wie wir, keine globale Bank ist so deutsch wie wir.“

  • Fitschen bei der Hauptversammlung am 22.5.2014 in Frankfurt.

    „Wir wollen nicht nur als eine anständige Bank wahrgenommen werden, sondern wir wollen auch eine anständige Bank sein.“

  • Fitschen beim BDI-Industrietag am 23.9.2014 in Berlin.

    „Es ist ein Fakt, dass man den Banken das Vertrauen entzogen hat.“

Zu Details ihres künftigen Kurses äußerte sich die Deutsche Bank auch nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag zunächst nicht. „Wir arbeiten mit Nachdruck an der nächsten Phase unserer Strategie und freuen uns, die Aktionäre im zweiten Quartal umfassender über die nächsten Schritte zu informieren“, erklärten Fitschen und Jain.

Seit Wochen halten sich zum Beispiel Spekulationen über die Zukunft der Postbank, die seit 2010 mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört. Die Gerüchte reichen von einem Verkauf bis zur Möglichkeit, dass die Deutsche Bank ein größeres Aktienpaket des Bonner Instituts an die Börse bringen könnte.

Deutsche Bank So tickt der Strategiechef Stefan Krause

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank verhandelt an diesem Freitag über die künftige Strategie und einen möglichen Verkauf der Postbank. Strategievorstand Stefan Krause ist der Mann der Stunde. Was bewegt den Finanzmann?

Während in den Türmen der Deutschen Bank der Aufsichtsrat die strategische Neuausrichtung berät, demonstrieren vor der Zentral Mitarbeiter der Tochter Postbank gegen mögliche Entlassungen. Quelle: REUTERS

Zwar konnte Deutschlands größtes Geldhaus 2014 seinen Gewinn auf fast 1,7 Milliarden Euro mehr als verdoppeln - dank geringerer Kosten für Rechtsrisiken und guter Geschäfte im Investmentbanking. Doch selbst die Doppelspitze räumte ein, dass längst nicht alles nach Plan läuft.

Die Bank sei noch „nicht so profitabel, wie sie sein könnte“, bilanzierte Fitschen Ende Januar. Und: „Die Belastung durch Rechtsstreitigkeiten ist nach wie vor zu hoch.“

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Noch immer schlägt sich der Konzern mit etwa 6000 Fällen herum, für drohende juristische Niederlagen wurden 3,2 Milliarden Euro zurückgelegt - und der Vorstand schloss nicht aus, dass diese Summe noch steigen könnte. Der Aktienkurs erholte sich zuletzt zwar in einem insgesamt boomenden Börsenumfeld wieder etwas. Er ist aber nach wie vor weit entfernt von den Werten vor der Finanzkrise.

Die Deutsche Bank bemisst die Vergütung ihrer Vorstände inzwischen verstärkt auch daran, ob und wie einzelne Ziele erreicht wurden. Insgesamt summierten sich die Vorstandsbezüge für das Geschäftsjahr 2014 auf rund 35,3 (2013: 38,5) Millionen Euro. Ein Großteil davon wird nicht in bar ausgezahlt, sondern zeitversetzt und abhängig vom Geschäftserfolg.

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