Deutsche Bank: Hinter Frontmann Strauß wird es im Postbank-Team dünn

Deutsche Bank: Der Zickzackkurs zermürbt die Postbank

Hinter Frontmann Strauß wird es im Postbank-Team dünn

Aber wer garantiert, dass es jetzt besser läuft? Insider vermuten, dass vor allem Strauß den Zusammenschluss vorantreiben soll. Die Postbanker respektieren ihn, bis 2011 war er bei der Deutschen Bank für die Kooperation mit der Postbank zuständig. Doch hinter dem Frontmann wird es dünn. Manager, die an der ersten Annäherung in leitender Funktion beteiligt waren, haben die Bank verlassen oder sind in andere Funktionen gewechselt. „Strauß muss sich jetzt hektisch ein Team suchen“, sagt ein Insider. Dabei sein wollen viele, schon, um sich möglichst unverzichtbar zu machen. „Es wird ein Hauen und Stechen geben, bei dem der Fokus aufs Geschäft verloren geht“, sagt ein Insider. Schon 2016 bewarben sich auffällig viele Postbank-Manager in Frankfurt.

Trotz des engeren Zusammengehens sollen beide Marken erhalten bleiben. Offen ist, wofür diese dann stehen. Die Bedürfnisse der Postbank-Kunden sind einfacher, sie haben vor allem Spareinlagen und Kredite. „Letztlich reicht künftig eine Marke für die Filialkunden und eine für die wohlhabende Klientel“, sagt ein Deutsche-Bank-Insider.

Deutsche Bank Scheitern als Chance

Bankchef John Cryan räumt ein, dass die bisherige Strategie der Deutschen Bank wohl nicht funktionieren wird. Für ihn ist das unangenehm – für das Institut gut.

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Quelle: dpa

Eine derartige Teilung aber würde einen abermals radikalen Schnitt ins Filialnetz nach sich ziehen. Die Deutsche Bank reduziert die Zahl ihrer Zweigstellen gerade erst um 188 auf dann 535. Die rund 1000 Postbank-Standorte sind eigentlich bis 2020 sicher, so lange hat sich die Bank gegenüber der Post zur Annahme von Briefen und Päckchen verpflichtet. Im Zweifel ließe sich aber auch dieser Vertrag nachverhandeln.

Vorbild Norisbank

Der Druck, die Kosten noch stärker zu senken, dürfte zunehmen. Die niedrigen Zinsen belasten die Postbank ähnlich stark wie die Sparkassen. Zwar versucht Cryan, den ungünstigen Umständen das Beste abzugewinnen. Immerhin ließen sich so höhere Gebühren für Bankdienstleistungen durchsetzen. Tatsächlich hat die Bank ein neues Preismodell eingeführt und das bislang kostenlose Girokonto abgeschafft. Die Einbußen dürfte das kaum auffangen. 2016 gingen die Erträge mit Konten, Einlagen und Krediten bis zu 15 Prozent zurück.

Um die Effizienz weiter zu verbessern, soll die Postbank ihre Digitalisierung forcieren. Als konzerninternes Modell gilt dabei die fast vergessene Norisbank. Die hatte die Deutsche Bank vor dem Postbank-Kauf zu einer Discountmarke aufgebaut, nach der Übernahme machte sie alle Filialen dicht. Doch mit einem extrem reduzierten Internetangebot einfachster Basisprodukte hat sich die Norisbank positiv entwickelt. „Das Beispiel zeigt, dass wir digital erfolgreich sein können“, sagt ein Deutschbanker. Vor allem braucht das Geschäft wenig Personal: Die Bank hat nicht mal 50 Beschäftigte.

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Vergleiche zur ungleich größeren Postbank sind da unangebracht. Trotzdem lässt diese Zahl die Sorgen der Postbank-Beschäftigten größer werden. Noch eine Sorge mehr.

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