Deutsche Bank: Institut will offenbar Schiffskredite in Milliardenhöhe verkaufen

Deutsche Bank: Institut will offenbar Schiffskredite in Milliardenhöhe verkaufen

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Die Deutsche Bank will offenbar ihre Schiffskredite verkaufen.

Um die Bilanz zu säubern will die Deutsche Bank offenbar Schiffskredite in Milliardenhöhe veräußern. Laut Finanzkreisen soll es sich dabei insbesondere um ausfallgefährdete Darlehen handeln.

Die Deutsche Bank will Finanzkreisen zufolge Schiffskredite im Milliardenvolumen verkaufen und damit ihre Bilanz säubern. Deutschlands größtes Geldhaus bereite die Veräußerung eines großen Portfolios an Schiffskrediten vor, in dem viele ausfallgefährdete Darlehen enthalten seien, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei es, Kredite im Nominalwert von mindestens einer Milliarde Dollar loszuwerden. Falls die Veräußerung einer ersten Tranche gelinge, könnten noch weitere Darlehen auf den Markt geworfen werden.

Die Schiffsbranche durchläuft wegen Überkapazitäten seit Jahren eine schwere Krise. Zuletzt verschärfte sich die Lage noch einmal wegen des schwächeren Wachstums in China und des mauen Welthandels. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat deshalb von zahlreichen Finanzinstituten umfangreiche Daten über Schiffskredite und Rücklagen für ausfallgefährdete Darlehen angefordert. Viele Institute fürchten, dass die EZB in einem zweiten Schritt höhere Abschreibungen verlangen wird. "Jeder, der Schiffskredite in signifikanter Größenordnung hat, macht sich Gedanken über Verkäufe", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Deutsche Bank sei da keine Ausnahme.

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Die Frankfurter stehen wegen der Schiffskrise nicht so stark im öffentlichen Fokus wie die HSH Nordbank oder die NordLB. Das Geldhaus hat Insidern zufolge aber Schiffskredite mit einem Volumen von rund fünf Milliarden Euro in den Büchern. Deutschlands größtes Geldhaus wollte sich zu einem möglichen Verkauf von Schiffskrediten nicht äußern.

Da neben der Deutschen Bank auch die HSH Nordbank und die NordLB Schiffskredite in großem Stil losschlagen wollen, sind Verkäufe derzeit schwierig, wie Banker und Experten betonten. Veräußerungen an Finanzinvestoren seien nur mit einem hohen Abschlag auf die Nominalwerte der Schiffe möglich. Und der Preis sei in den Verhandlungen nicht der einzige Streitpunkt. Auch die Vorstellungen, welche Kredite und Schiffstypen in einem zu verkaufenden Portfolio gebündelt werden, klafften zwischen Käufer und Verkäufern oft weit auseinander, berichtet ein Insider. "Das macht die Sache sehr komplex."

Deutsche Banken haben vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 besonders viele Schiffe finanziert und stehen wegen der Flaute auf hoher See nun besonders stark unter Druck. Die NordLB erwartet dieses Jahr zum ersten Mal seit 2009 wieder rote Zahlen. Bei der Bremer Landesbank schmilzt die Kapitaldecke wegen Verlusten in der Schifffahrt so stark, da sie vom Mehrheitseigner NordLB vermutlich komplett geschluckt werden muss. Und die HSH muss nach mehreren staatlichen Stützungsmaßnahmen auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft oder abgewickelt werden.

Die deutschen Institute müssten in den nächsten ein bis zwei Jahren weitere Rückstellungen für ausfallgefährdete Schiffskredite bilden und die daraus entstehenden Verluste verdauen können, sagte Klaus Stoltenberg, der Chef der Schiffsfinanzierung bei der Deutschen Bank, Anfang Juni bei einer Branchenkonferenz in Athen. "Man kann die Probleme nicht weiter vor sich herschieben. Die Leute müssen sich der Realität stellen."

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