Deutsche Bank: Institut will weniger und modernere Filialen

Deutsche Bank: Institut will weniger und modernere Filialen

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Die Deutsche Bank will Filialen schließen.

Bei den rund 38.000 Mitarbeitern im Privatkundengeschäft der Deutschen Bank sorgt ein großangelegtes Sparprogramm für Unruhe. Ein Drittel der insgesamt 750 Deutsche-Bank-Filialen könnte geschlossen werden.

Die Deutsche Bank schwört Mitarbeiter und Kunden auf eine weitere Verschlankung ihres Filialnetzes ein. Seit dem vergangenen Jahrzehnt habe Deutschlands größtes Geldhaus die Zahl seiner Niederlassungen von 1200 auf gut 700 reduziert, sagte der für das operative Geschäft in der Privatkundensparte zuständige Manager Christian Ricken am Mittwoch auf einer Bankenkonferenz in Mainz.

"Ich glaube, dieser Prozess wird sich fortsetzen - in ähnlicher Geschwindigkeit wie in den letzten Jahren." Ein konkretes Ziel wollte Ricken nicht nennen, betonte aber: "Art und Umfang des Filialnetzes müssen wir sehr konsequent an die Kundenbedürfnisse anpassen." Der Ausbau von Online-Angeboten für die Kunden gehe weiter.

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So tickt die Investmentsparte der Deutschen Bank

  • Konzernspitze

    Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner und dem Co-Vorstandschef Anshu Jain sind zwei der drei mächtigsten Führungspersonen der Deutschen Bank lupenreine Investmentbanker.

  • Private Geschäfte bringen Gewinn

    Trotzdem bringt das Geschäft mit privaten und gewerblichen Kunden den großen Gewinn. Während es 2012 noch 1519 Millionen Euro waren, geht die Sparte 2013 mit einem Plus von 1555 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr.

  • Investmentbanking verbrennt Geld

    Das Investmentbanking hingegen verbrennt Geld, rechnet man die interne Bad Bank hinzu, deren Schrottgeschäfte zumeist aus dem Investmentbanking stammen. 2012 entstand so ein minus von 32 Millionen Euro, 2013 gab sogar 243 Millionen Euro Verlust.

  • Boni der Investmentbanker

    Ein Grund für die Defizite im Investmentbanking ist die horrende Höhe der Boni für die dortigen Mitarbeiter. Die gesamte Variable Vergütung betrug 2013 2190 Millionen Euro (2012: 2253 Millionen). Pro Mitarbeiter sind das 76.877 Euro (2012: 72.346 Euro).

  • Boni der Privat-Sparte

    Dagegen müssen sich die Mitarbeiter der Privat- und Firmenkunden-Sparte mit viel geringeren Boni zufriedengeben. 2013 lag die gesamte Variable Vergütung bei nur 310 Millionen Euro (2012: 262 Millionen). Pro Person waren das 6624 Euro (2012: 5759).

Die Deutsche Bank tüftelt gerade an einer neuen Strategie, die im zweiten Quartal vorgestellt werden soll. Reuters hatte am Wochenende aus Finanzkreisen erfahren, dass es größere Umwälzungen im Privatkundengeschäft geben könnte.

Entscheidungen sind zwar noch nicht gefallen, aber im extremsten Fall könnte es zu einer Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts inklusive Postbank mit einem mittelfristigen Börsengang kommen. Dann stünden eine Privatkundenbank und eine Investmentbank mit angeschlossener Vermögensverwaltung nebeneinander.

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Laut eines im Konzern zirkulierenden Papiers könnte es allerdings unabhängig von den verschiedenen Strategie-Modellen einen Sparkurs im Filialnetz geben, wie ein Insider am Dienstag sagte. Demnach steht etwa ein Drittel der "blauen" Filialen zur Disposition. Ricken sagte, es gehe nicht nur um die Zahl der Geschäftsstellen, sondern auch um deren Auftritt.

Es werde künftig verschiedene Filialtypen geben - "Flagship"-Filialen genauso wie kleinere Zweigstellen mit minimalen Selbstbedienungsfunktionen. Im Jahr 2020 werde die Deutsche Bank genau so viele Filialen haben, "wie aus Kundensicht notwendig sind".

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