Deutsche Bank: John Cryan kämpft gegen die Bedeutungslosigkeit

Deutsche Bank: John Cryan kämpft gegen die Bedeutungslosigkeit

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Deutsche Bank macht 2015 Milliardenverlust.

von Cornelius Welp

Die tiefroten Zahlen zeigen, wie dramatisch es um Deutschlands größte Bank steht. Es mehren sich Zweifel daran, ob Vorstandschef John Cryan die Wende schafft.

Falls noch irgendjemand Zweifel daran hatte, wie dramatisch es um die Deutsche Bank steht, dürfte er seit spätestens gestern Abend eines besseren belehrt sein. Da gab Deutschlands größtes Institut vorab einen Ausblick auf die eigentlich erst am nächsten Donnerstag zur Veröffentlichung vorgesehenen Zahlen. Sie fallen erschreckend aus. Am Ende des Jahres 2015 steht ein Verlust vor Steuern von mehr als sechs Milliarden Euro, nach Steuern sind es fast sieben Milliarden.

Dass die Zahlen für das Gesamtjahr tiefrot sein würden, war bereits klar. Denn schon im dritten Quartal hatte Vorstandschef John Cryan einen radikalen Schnitt gemacht, Firmenwerte abgeschrieben und die Rückstellungen für Prozesse deutlich erhöht. Nun kommen noch mehr Belastungen hinzu. Cryan legt noch einmal gut eine Milliarde für Prozesse zur Seite und baut für die Restrukturierung des Privatkundengeschäfts vor.

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An der Börse herrscht seitdem Panik. Die Aktie, die in den vergangenen Tagen schon auf das Niveau der Finanzkrise gefallen war, brach bis zum Mittag um fast acht Prozent ein. Sorge dürfte bereiten, dass die Bank auch über durchweg rückläufige Erträge berichtet hat, ohne diese näher zu spezifizieren. Hiervon hatten Insider bereits in den vergangenen Tagen berichtet. Während die Bank vor allem die schwierigen Marktbedingungen verantwortlich macht, führen Insider auch die interne Unsicherheit als Grund hierfür an. Etliche Führungskräfte sollen wegen des radikalen Sparkurses auf dem Absprung sein.

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Investoren und Beschäftigte stellen zunehmend in Frage, ob die Bank nach Umsetzung der im Frühjahr beschlossenen Strategie 2020 eine ausreichende Perspektive hat. Zwar sehen sie keine Alternative zur aktuellen Schrumpfkur. Die Frage bleibt, ob sie danach noch ausreichend Geld verdient. Die Bankführung setzt darauf, sich auch dem Kapitalmarkt als europäische Alternative zu den großen US-Instituten zu etablieren. Ob der Bedarf dafür wirklich vorhanden ist, ist offen. Erste Investoren stellen bereits in Frage, ob die Bank alleine überhaupt überlebensfähig ist und regen an, über einen Zusammenschluss mit einem Wettbewerber nachzudenken. Das Thema ist nicht aktuell, zeigt aber um was es geht: Die Deutsche Bank kämpft gegen den Abstieg in die völlige Bedeutungslosigkeit. Und damit mittelfristig ums Überleben.

Wie John Cryan die Bank umbauen will, wo die Risiken liegen und welche Chancen die Bank hat, lesen Sie in der aktuellen WirtschaftsWoche. Mit dem WiWo-Digitalpass erhalten Sie die Ausgabe bereits am Donnerstagabend in der App oder als eMagazin. Alle Abo-Varianten finden Sie auf unserer Info-Seite.

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