Deutsche Bank: Kleines Hoffnungssignal

Deutsche Bank: Der Zickzackkurs zermürbt die Postbank

Kleines Hoffnungssignal

Die jedoch wird es erst mal nicht geben. Die Banken stehen am Beginn eines Prozesses, der sich über vier Jahre ziehen wird. Am Montag informierte Frank Strauß telefonisch seine Führungskräfte, am Dienstag stellte er sich den Mitarbeitern. Dabei zeigte sich der Postbank-Chef vor allem emotional enttäuscht, inhaltlich hatte er wenig mitzuteilen. Dass er selbst in den Vorstand der Deutschen Bank einziehen dürfte, soll ein Hoffnungssignal sein. „Immerhin sitzt die Postbank bei allen Entscheidungen mit am Tisch“, heißt es in seinem Umfeld.

Doch intern glaubt kaum jemand, dass das viel bringen wird. „Es gibt ein Blutbad“, sagt ein Postbank-Manager. „Es wird nur darum gehen, die Kosten radikal zu drücken“, so ein Privatkundenmanager der Deutschen Bank. Was das bedeutet, haben die Banker gerade erst erfahren. Angeleitet von der Beratung Bain & Company, hat Privatkunden-Vorstand Christian Sewing den Abbau von 3000 Arbeitsplätzen durchgedrückt.

Und nun droht die nächste Welle. Zahlen gibt es nicht, aber klare Anhaltspunkte. So soll die Integration 900 Millionen Euro bringen. Zudem rechnet die Bank mit Abfindungen von einer Milliarde Euro. Auch soll das Verhältnis von Kosten zu Erträgen im zusammengelegten Privatkundengeschäft von über 80 auf 65 Prozent sinken. Das deutet auf den Wegfall Tausender Jobs.

Die Betriebsräte sind schon alarmiert. Am Mittwochabend wollten sich mehr als 200 Arbeitnehmervertreter der Postbank in Bonn treffen. Die Lage ist schon deshalb ernst, weil der Kündigungsschutz für die Beschäftigten Ende Juni ausläuft. Die Betriebsräte wollen ihn bis 2022 verlängern. Leicht wird das nicht. Immerhin: In der Postbank sind ungewöhnlich viele Beschäftigte in der Gewerkschaft, schon 2011 und 2015 zogen sie streikend auf die Straße.

Seit 2009 hat die Postbank die Zahl ihrer Beschäftigten weitgehend geräuschlos von gut 21.000 auf nun 18.000 reduziert. Nun wird das Sparziel noch ehrgeiziger. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Postbank nicht verschwinden wird. Laut Gesetz muss die Deutsche Bank die Weiterbeschäftigung in ehemaligen Staatsbetrieben garantieren. Ende 2015 arbeiteten bei der Postbank noch 4800 Beamte. Ihre Jobs sind sicher.

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Deutsche-Bank Quelle: dpa

Die der Angestellten nicht. Hart wird es tatsächlich die Postbank-Zentrale treffen. „Nach einer Integration sind dort die meisten Funktionen überflüssig“, sagt ein Manager. Auch weitere Dopplungen dürften sich dann erledigt haben. So gilt es als sicher, dass die Bausparkassen BHW und Deutsche Bauspar fusionieren werden. Erste Schritte dazu hatte es bereits vor 2015 gegeben.

Schiffbruch mit Magellan

Neu ausrichten werden sich auch IT und Abwicklung. Hier wirkt das Hin und Her besonders grotesk. Die Einheiten hatte die Deutsche Bank vor 2015 aufwendig zusammengelegt und dann ebenso aufwendig wieder getrennt. Wie sie erneut zusammenfinden, ist offen. Angekündigt hat Cryan bisher nur das Ende der zwei bisher unabhängigen IT-Plattformen. Insider vermuten, dass das Geschäft wohl auf das System der Postbank wandern wird. „Die Infrastruktur ist gut und wickelt schon Leistungen für andere Banken ab“, sagt ein Postbank-Insider.

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Sicher nicht wiederbelebt wird das einst mit großen Versprechungen gestartete System Magellan. Hunderte Experten hatten über Jahre an dem Projekt gewerkelt, die angestrebten Ziele jedoch nicht ansatzweise erreicht. Gleiches galt für den gemeinsamen Verkauf von Produkten. „Die Integration ist zu unentschlossen erfolgt, die Abteilungen in beiden Banken haben ihre eigene Agenda verfolgt“, sagt ein früherer hochrangiger Manager. „Das jetzt nachzuholen ist an sich richtig.“ Dass es im Privatkundengeschäft vor allem auch auf Größe ankommt, ist schließlich keine neue Erkenntnis. Mit zusammen 20 Millionen Kunden sind beide Institute ein echtes Schwergewicht.

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