Deutsche Bank: Neue Strategie - Gemeinsam stark

KommentarDeutsche Bank: Neue Strategie - Gemeinsam stark

von Cornelius Welp

Jürgen Fitschen und Anshu Jain versprechen bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt nicht zu viel. Das ist ein gutes Zeichen.

Die Inszenierung macht den Unterschied.  Noch vor einem Jahr hätte der damals amtierende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit größter Selbstverständlichkeit allein die neue Strategie des Instituts vorgestellt. Nun sind zu diesem Anlass nicht nur die beiden Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain erschienen, sondern gleich der komplette, neu formierte Vorstand. Und die Bankmitarbeiter haben die Möbel im Abs-Saal, in dem traditionell die Pressekonferenzen stattfinden, symbolkräftig umgeräumt.

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Quelle: dpa

Statt längs stehen die Tische nun quer, wodurch die  Journalisten näher an den Vorständen sitzen und der ganze Raum deutlich heller und übersichtlicher wirkt. Das soll den neuen Geist zeigen, der in dem Hause weht. Schließlich sind hier ab sofort Transparenz und vor allem Teamarbeit  angesagt. Um zu unterstreichen, wie gut man sich versteht, übergibt  Kommunikationschef Thorsten Strauss nach der formalen Begrüßung demonstrativ dem „Jürgen“ (Fitschen) das Wort. Und die interne Regie achtet darauf, dass kein Vorstand nur so herumsitzt, sondern jeder Mal was sagen darf.

Das meiste sagen naturgemäß Fitschen und Jain. Es ist schließlich nach hundert Tagen an der Spitze ihr erster gemeinsamer Auftritt. Viel ließe sich nun hinein interpretieren in die Tatsache, dass Fitschen eher den groben Rahmen erläutert, in dem sich die Deutsche Bank bewegt und Jain ihn dann (auf Englisch) mit Leben, das heißt hier: konkreten Zahlen füllt. Und dass ihr Programm 2015+ heißt verweist bereits auf die Zeit nach Fitschen, dessen Vertrag in diesem Jahr endet. Ist es Realismus oder ein Zeichen der Dominanz von Jain, dass der für die mittelfristige Zeit danach deutlich höhere Gewinne verspricht?

Das Wichtigste ist: Die beiden machen bei diesem schwierigen Termin vieles richtig. Vor allem kündigen sie nicht zu viel an. Der Hinweis, dass man nicht nochmal was versprechen wolle, was man dann nicht halten könne, darf als sanfter Rempler gegen den Ende Mai abgetretenen Vorstandschef Josef Ackermann gewertet werden. Der hatte der Bank für 2011 einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro als Ziel vorgegeben, den sie prompt meilenweit verfehlte.

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