Deutsche Bank: Schritt nach vorn für Fitschen und Jain

KommentarDeutsche Bank: Schritt nach vorn für Fitschen und Jain

von Cornelius Welp

Die Deutsche Bank überrascht – ausnahmsweise mal positiv. Mit ihrer Kapitalerhöhung hat sie ihre bislang größte Schwäche ausgeglichen.

Wenn Vorstandschefs immer wieder gemachten Ankündigungen nicht halten, ist das für Aktionäre ein Grund zu Wut und Enttäuschung. Nicht so bei der Deutschen Bank. Seit ihrem Amtsantritt hatten deren Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen betont, dass sie die Kapitalausstattung des Instituts aus eigener Kraft stärken wollten und könnten. Nun haben sie doch auf externe Unterstützung zugegriffen und 90 Millionen neue Aktien ausgegeben. Mit diesen stärken sie das Eigenkapital der Bank um fast drei Milliarden Euro. 

Das ist für das von Skandalen lädierte Institut eine positive Nachricht, der Aktienkurs ging um mehr als sieben Prozent nach oben. Mit diesem Schritt gehen Jain und Fitschen die bislang größte Schwachstelle der Bank an. Viele Analysten hatten die im Vergleich zu internationalen Wettbewerbern mickrige Kapitalausstattung beklagt. Das Defizit ist nun erst mal behoben. In der Folge haben bereits einige zuvor skeptische Analysten ihrer Einschätzung der Aktie der Bank hochgestuft.

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Damit honorieren sie auch, dass der Umbau der Bank vorankommt. Vor allem die interne Abbaubank hat dazu beigetragen. Das ehrgeizige Ziel einer deutlichen Reduzierung unter der neuen Regulierung nicht mehr erwünschter Vermögenswerte hat sie erreicht. Sie hat die Bank von Aktiva in Basel-III-Höhe von 15 Milliarden Euro befreit und dabei nur Verluste von knapp 200 Millionen Euro produziert. Der Umbau im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung hat deutliche Fortschritte gemacht. Das spiegelt sich in den gesunkenen Kosten wider. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag sank gegenüber dem Vorjahr von 76 auf 70,5 Prozent. Dadurch hat die Bank trotz nur leicht erhöhter Erträge vor Steuern dennoch rund 500 Millionen Euro mehr verdient als Anfang 2012. Und damit auch mehr als erwartet.

Trotzdem bleiben noch etliche Risiken. Eines der größten liegt in den USA, wo die Regulierer verschärfte Kapitalanforderungen für ausländische Banken planen. Sollten diese tatsächlich so kommen, müsste die Deutsche Bank hierfür einige Milliarden aufwenden. Zudem drohen Belastungen durch Klagen, bei denen die Bank Zahlungen von 1,3 Milliarden Euro für möglich hält.

Es ist also nicht alles bestens bei der Deutschen Bank. Aber vieles besser.

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