Deutsche Bank: Trennung von der Postbank verzögert sich

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„Die Entkonsolidierung der Postbank ist und bleibt erklärtes Ziel der Deutschen Bank.“

von Melanie Bergermann und Cornelius Welp

Die Deutsche Bank wird sich nicht so schnell von der Postbank trennen können wie bisher erhofft. Ursprünglich sollte der Börsengang der Postbank bis spätestens Ende 2016 stattfinden. Nun soll in diesem Jahr allenfalls ein kleiner Teil der Bonner Tochter an die Börse gehen. Eine Exklusivmeldung.

Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Aufsichtsratskreisen und dem Management der Deutschen Bank. Die Deutsche Bank erklärte hierzu: „Die Entkonsolidierung der Postbank ist und bleibt erklärtes Ziel der Deutschen Bank.“

Den Verkauf der Postbank hatte der Vorstand der Deutschen Bank Ende April 2015 unter dem damaligen Chef Anshu Jain beschlossen. Damit will die Deutsche Bank ihre Bilanz entlasten, um die verschärften Eigenkapitalanforderungen der Finanzaufsicht erfüllen zu können. Voraussetzung für eine Entkonsolidierung wäre, dass die Deutsche Bank mindestens die Hälfte ihrer Anteile veräußert. Das wird nun voraussichtlich länger dauern als ursprünglich erwartet. Von der Idee, dass dies noch in diesem Jahr gelingen könne, habe sich das Management verabschiedet, heißt es intern.

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Die Deutsche Bank hat die Postbank noch mit einem Wert von rund vier Milliarden Euro in der Bilanz stehen. Diese Summe dürfte bei Investoren derzeit nur schwer zu erzielen sein. Ursächlich hierfür sei das schwierige Zinsumfeld, heißt es in dem Kreditinstitut. Die Postbank lebt vor allem davon, die Einlagen ihrer Kunden gewinnbringend anzulegen, was aufgrund der niedrigen Zinsen derzeit schwierig ist. Selbst wenn es zu einer Zinswende kommt, würde es noch mehrere Jahre dauern, bis sich dies spürbar auf den Gewinn der Postbank auswirkt. 2016 wird deshalb bei Finanzinvestoren kaum ein guter Preis für die Postbank-Aktien zu erzielen sein.

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Die Deutsche Bank bevorzugt deshalb nach Informationen der WirtschaftsWoche einen Verkauf an einen Konkurrenten. Ein anderes Institut könnte mit der Übernahme seinen Marktanteil in Deutschland stärken und wäre womöglich bereit, einen höheren Preis zu zahlen als Finanzinvestoren. Als mögliche Kandidaten kursieren in der Bankenszene die HypoVereinsbank, die Commerzbank und die spanische Santander.

Die technische Trennung der Deutschen Bank von der Postbank kommt unterdessen wie geplant voran. Bankkreisen zufolge werde sie bis Ende Juni 2016 vollzogen sein.

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