Deutsche Bank: Vorstand dementiert Bericht über Postbank-Verkauf

Deutsche Bank: Vorstand dementiert Bericht über Postbank-Verkauf

, aktualisiert 17. April 2015, 14:53 Uhr
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Der Vorstand der Deutschen Bank hat nach Medienberichten eine Vorentscheidung für den Verkauf der Postbank getroffen

Was macht die Deutsche Bank mit der Postbank? Medienberichten zufolge soll eine Vorentscheidung für den Verkauf gefallen sein. Doch die Bank dementiert.

Der Vorstand der Deutschen Bank hat sich nach Angaben des Instituts noch nicht für eine neue Strategie im Privatkundengeschäft entschieden. "Berichte, wonach der Vorstand eine Entscheidung getroffen habe, sind nicht zutreffend", sagte ein Sprecher am Freitag. Das Gremium beschäftige sich "mit einer Reihe von Optionen im Rahmen des laufenden Prozesses der Strategieüberprüfung", erklärte er.

Das Magazin "Der Spiegel" hatte berichtet, der Vorstand habe am Mittwoch beschlossen, nur die Postbank abzuspalten und zu verkaufen. Demnach wolle sich das Geldhaus nicht vom kompletten Geschäft mit Privatkunden trennen, sondern nur die auf das Massengeschäft ausgerichtete Postbank abstoßen. Der Beschluss sei in einer Sitzung am Mittwoch gefallen, berichtete das Magazin, ohne genaue Quellen zu nennen.

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Das alternative Konzept, das die Abspaltung des kompletten Privatkundengeschäfts vorsah, habe keine ausreichende Unterstützung im Top-Management gefunden. Bei dieser "Model Five" genannten Variante sollte eine eigene Privatkundenbank geschaffen und an die Börse gebracht werden. Die Deutsche Bank würde damit zerlegt und unter dem alten Namen nur noch eine Investmentbank mit Vermögensverwaltung übrig bleiben. Das Thema gilt als heftig umstritten.

Aufspaltung der Deutschen Bank Hält doppelt besser?

An harten Schnitten führt bei der Deutschen Bank kein Weg vorbei. Tatsächlich spricht viel für eine Aufspaltung des Instituts in zwei Banken. Dass das kaum Einschnitte bringt, dürfte aber eine trügerische Hoffnung sein.

Dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main Quelle: dpa

Über einen Verkauf der Postbank und einen damit verbundenen Börsengang wird schon seit längerem spekuliert. Finanzkreisen zufolge wird die Entscheidung am 24. April fallen. Dann hat Aufsichtsratschef Paul Achleitner zu einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung geladen. Ein Vorschlag des Vorstands müsste auch dort Zustimmung finden. Dann bliebe noch Klärungsbedarf bis zum 29. April; für dieses Datum ist die Vorstellung der Quartalszahlen samt Pressekonferenz geplant.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bevorzugen bisher eine Komplett-Abspaltung der Privatkundensparte, weil sie in diesem Szenario geringere Arbeitsplatzverluste erwarten als bei einer Trennung von der Postbank.

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Bereits im Januar hatte Jürgen Fitschen, der Co-Chef der Deutschen Bank, bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen für 2014 verkündet, der Konzern arbeite mit "Hochdruck" an einer neuen Strategie. Wie eine solche Neuausrichtung aussehen könnte, wurde offiziell bislang nicht verkündet.

Die Deutsche Bank leidet unter einer Renditeschwäche. Wichtige Ziele der "Agenda 2015+", die von Fitschen und Co-Chef Anshu Jain ausgerufen wurde, konnten nicht erreicht werden. Mit einer Abspaltung oder deutlichen Verkleinerung des Privatkundengeschäfts könnte das Geldinstitut die sogenannte Leverage Ratio - das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme - nach oben schrauben. Mit anderen Worten: die Bank wäre damit weniger anfällig bei einer neuen Krise. Analysten halten eine Aufspaltung für überfällig.

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