Deutsche Bank: Weitere Arbeitsplatzverluste in Deutschland

Deutsche Bank: Weitere Arbeitsplatzverluste in Deutschland

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Der Chef der Deutsche Bank John Cryan.

Die Deutsche Bank will sich für die Zukunft wetterfest machen: Die Postbank soll nun doch nicht verkauft werden. Eine Kapitalerhöhung soll frische Milliarden bringen. Doch es drohen weitere Arbeitsplatzverluste.

Beim neuerlichen Umbau der Deutschen Bank werden weitere Arbeitsplätze hierzulande wegfallen. „Es wird sicherlich einige Jobverluste in Deutschland geben“, sagte Bankchef John Cryan am Montag in einem Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg TV. Genaue Zahlen nannte er nicht. Zunächst begännen die Verhandlungen mit allen Beteiligten. „Wir machen es auf die deutsche Art“, erklärte er. „Wir wollen zu einer Übereinkunft kommen.“

Zuvor hatte die Deutsche Bank eine Rolle rückwärts bei der Postbank angkündigt. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die kombinierte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland haben, hieß es. Ein detaillierter Plan für den Zusammenschluss soll im Laufe des Jahres präsentiert werden.

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Zudem stärkt die Deutsche Bank wie erwartet ihre Kapitaldecke. Über den Verkauf neuer Aktien will das größte deutsche Geldhaus rund acht Milliarden Euro einnehmen, wie es weiter hieß. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger gegen Krisen ist sie. „Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können“, sagt Vorstandschef John Cryan. Die Kapitalerhöhung werde die Finanzkraft erheblich verbessern.

Gleichzeitig soll der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management - bei Publikumsfonds bekannt unter DWS Investments - zu einem kleinen Teil an die Börse gebracht werden, um frisches Geld in die Kasse zu spülen. Geplant ist, den Börsengang innerhalb von zwei Jahren über die Bühnen zu bringen. Zusammen mit weiteren Veräußerungen soll das weitere zwei Milliarden Euro einbringen.

Deutsche Bank Scheitern als Chance

Bankchef John Cryan räumt ein, dass die bisherige Strategie der Deutschen Bank wohl nicht funktionieren wird. Für ihn ist das unangenehm – für das Institut gut.

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Quelle: dpa

Den Aktionäre der Bank sollen die Kapitalmaßnahmen mit einer - wenn auch vergleichsweise geringen - Dividende versüßt werden. Auf der Hauptversammlung im Mai solle eine Ausschüttung von 19 Cent je Aktie für das vergangene Jahr beschlossen werden, erklärte die Bank. Ursprünglich hatte Cryan die Dividende angesichts der hohen Belastungen durch teure Rechtsstreitigkeiten ganz streichen wollen. Für das Jahr 2017 verspricht er nun eine Dividende von mindestens 11 Cent je Aktie. Erst für 2018 rechnet Cryan wieder mit einer attraktiven Dividende, wie er in einer Telefonkonferenz sagte. Für die Jahre 2009 bis 2014 hatte die Deutsche Bank stabil 75 Cent je Anteilsschein ausgeschüttet.

Schon seit Monaten wurde über eine Kapitalerhöhung spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis genagt hatten. Die Deutsche Bank hatte ihre harte Kernkapitalquote - eine entscheidende Kennziffer für die Krisenfestigkeit einer Bank - zum Jahresende zwar auf 11,9 Prozent steigern können. Im internationalen Vergleich steht sie damit aber eher durchwachsen da. Die Bank strebt nun eine harte Kernkapitalquote von deutlich über 13 Prozent an. Die Bank hat nach eigenen Angaben einen guten Start ins Jahr 2017 erwischt. Die ersten zwei Monate seien positiv verlaufen, erklärte das Geldhaus, ohne genaue Geschäftsdaten zu nennen. Die Vorlage des Zwischenbericht für das erste Quartal ist für den 27. April geplant. Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr mit der Abwanderung von Kunden zu kämpfen, nachdem Sorgen um die Kapitalausstattung von Deutschlands größter Bank aufgekommen waren. Die Lage hatte sich zum Ende des Jahres hin jedoch bereits deutlich entspannt - trotz eines Milliardenverlusts 2016.

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