Deutsche Bank: Weiterer Investor gegen Entlastung des Aufsichtsrats

exklusivDeutsche Bank: Weiterer Investor gegen Entlastung des Aufsichtsrats

von Yvonne Esterházy

Die Deutsche Bank muss sich auf ihrer Hauptversammlung Ende Mai auf immer mehr Aktionärsproteste einstellen.

Nach dem britische Investorenberater Hermes Equity Ownership Services will nun auch die Vereinigung Institutioneller Privatanleger (VIP) dem Aufsichtsrat der Bank die Entlastung verweigern. Die VIP hat bereits einen entsprechenden Gegenantrag zur Tagesordnung der Hauptversammlung eingereicht, der der WirtschaftsWoche vorliegt. Dort wird unter anderem die Art und Weise kritisiert, in der der Aufsichtsrat die Bestellung der beiden Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, handhabte: „Es bestand wiederholt der Eindruck, dass der Aufsichtsrat die Situation nicht bestimmte, dass er nicht der Treiber des Verfahrens war. Der Aufsichtsrat der Deutsche Bank hat offensichtlich einen wesentlichen Teil seiner Gestaltungspflicht vernachlässigt und dabei dem Ansehen der Bank keinen guten Dienst erwiesen", heißt es.

Die schwierigste Aufgabe eines deutschen Aufsichtsrates bestehe in der Berufung neuer Vorstandsmitglieder und in der Wahrung von Ruhe, damit die Tagesarbeit der Organisation nicht von diesem Wechsel gestört werde, dieser Pflicht sei der Aufsichtsrat aber nicht nachgekommen. Anstoß nimmt die Aktionärsvereinigung ferner an der Erhöhung der Vergütung des Aufsichtsrates im Jahr 2011 auf 2,61 Millionen Euro: „Der Börsenwert und die vom Aufsichtsrat erbrachte Leistung rechtfertigen keine Steigerung", heißt es.

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VIP-Vorsitzender Hans-Martin Buhlmann sagte der WirtschaftsWoche, er rechne damit, dass sein Antrag auf der Hauptversammlung von mehr als 30 Prozent des Aktienkapitals unterstützt werde. Hans-Christoph Hirt, Global Head of Corporate Governance beim Investorenberater Hermes, der 0,5 Prozent des Aktienkapitals der Deutschen Bank vertritt, sagte der WirtschaftsWoche, er wolle bis zum 31. Mai bei weiteren Investoren dafür werben, dem Aufsichtsrat der Bank die Entlastung zu verweigern.

„Wenn man die Entlastung verweigert, hat das zwar keine direkten Auswirkungen oder rechtlichen Konsequenzen, aber es ist eine gelbe Karte", so Hirt. Der scheidende Vorstandschef Ackermann hatte am 26. April bei der Vorstellung der Ergebnisse für das erste Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang bekanntgegeben. Die Deutsche Bank verdiente rund 1,4 Milliarden Euro, ein Drittel weniger als vor einem Jahr.

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