Deutsche Bank: Wie sicher ist der Job von Anshu Jain?

Deutsche Bank: Wie sicher ist der Job von Anshu Jain?

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Deutsche Bank-Co-Chef Anshu Jain auf der diesjährigen Hauptversammlung des Geldinstituts.

Berichten zufolge verschärft die BaFin ihre Libor-Untersuchungen bei der Deutschen Bank und kontrolliert die Rolle des Vorstands. Das könnte insbesondere für Co-Chef Anshu Jain unangenehm werden.

Muss Anshu Jain weiter um seinen Job zittern? Dem Deutsche Bank-Co-Chef wird angelastet, dass die Affäre um die Manipulation des Libor-Zins in seinen ehemaligen Zuständigkeitsbereich, das Investmentbanking, fällt. Nun könnte es für Jain erneut brenzlig werden, denn einem Bericht des "Spiegel" zufolge verschärft die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen bei der Deutschen Bank. Demnach soll der gesamte erweiterte Vorstand sowie weitere Führungskräfte von Deutschlands größtem Bankhaus unter die Lupe genommen werden, um zu klären, ob und wie weit Manager von der Manipulation des Interbanken-Zinses Libor wussten.

Das Magazin beruft sich auf eine aktuelle Auftragsbeschreibung der BaFin für die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, die im Auftrag der Behörde die Rolle der Deutschen Bank in der Libor-Affäre untersucht haben. Laut "Spiegel" macht das Papier deutlich, dass aus Sicht der Ermittler noch immer nicht ausreichend geklärt ist, wann Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain von möglichen Libor-Manipulationen in der Branche im Allgemeinen und in seiner Bank im Speziellen erfahren hat.

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Deutsche Bank Der Höllenjob des Anshu Jain

Anshu Jain ist nach zwei Jahren an der Spitze der Deutschen Bank ein Fremder geblieben. Von Beginn an stand er auf der Kippe. Sein Job ist ein Wettlauf gegen seine Vergangenheit.

Selbst zwei Jahren nach dem Start ist noch nicht klar, ob Anshu Jain der richtige Chef für die Deutsche Bank ist. Quelle: Laif

So seien bei der Bank of England mögliche Libor-Manipulationen schon Mitte 2008 ein Thema gewesen. Der damalige Investmentbank-Chef Jain habe am 10. Juni ein Treffen mit den Notenbankern gehabt. Dafür hätten ihn seine Mitarbeiter mit dem Hinweis präpariert, dass auch das Thema Libor zur Sprache kommen könnte. Dies sei dann aber offenbar nicht der Fall gewesen, heißt es in dem Bericht. Jain führte bis zum Frühjahr 2012 das Investmentbanking, in dem die Manipulationen passierten.

Jains Stuhl wackelt

Im Frühjahr dieses Jahres hatte das "Manager Magazin" berichtet, dass die Deutsche Bank darüber diskutiere, Jain abzulösen, sollte dem Inder eine Verstrickung in die Kursmanipulationen nachgewiesen werden. Sogar über einen möglichen Nachfolger wurde bereits gesprochen. Im Gespräch ist der Brite John Cryan, der bereits im Aufsichtsrat der Bank sitzt. Jains Hauptproblem: die Zahl seiner Kritiker ist nicht gerade klein.

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Die BaFin wollte sich am Sonntag zu dem Magazinbericht nicht äußern. Auch die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab. Ein Sprecher wies darauf hin, dass die Bank mit den verschiedenen Behörden in den USA und Europa hinsichtlich der Libor-Untersuchungen kooperiere. Zugleich untersucht das Geldinstitut intern mögliche Verwicklungen ihrer Top-Manager in die Libor-Affäre. "Nach aktuellem Stand der Untersuchungen war kein amtierendes oder früheres Mitglied des Vorstands in irgendeiner unangemessenen Weise in die untersuchten Vorgänge um Referenz-Zinssätze verwickelt", bekräftigte der Bank-Sprecher frühere Aussagen.

In den Skandal um die Manipulation von Referenz-Zinssätzen sind weltweit zahlreiche Großbanken verwickelt. Allein von dem in London berechneten Libor-Zinssatz hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von 450 Billionen Dollar ab. An dem Zins orientieren sich beispielsweise die Konditionen vieler Hypothekenkredite. Behörden rund um den Globus untersuchen schon seit mehreren Jahren, ob Händler an internationalen Referenz-Zinssätzen wie Libor und Euribor geschraubt haben, um sich Handelsgewinne zu verschaffen. Dabei wurden Tausende E-Mails und Chatbeiträge nach verdächtigen Absprachen durchforstet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob es um Verfehlungen Einzelner geht oder ob es Druck von oben gab und die Tricksereien System hatten.

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