Deutschlandstrategie: Société Générale: kein Interesse an Commerzbank

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Frédéric Oudéa, Vorstandschef der französischen Großbank Société Générale

von Karin Finkenzeller und Cornelius Welp

Die französische Großbank Société Générale will nach den Worten von Vorstandschef Frédéric Oudéa zwar in Deutschland stark wachsen, die immer wieder als Übernahmekandidat gehandelte Commerzbank aber nicht übernehmen.

„Nein. Der deutsche Markt für Privatkunden ist wenig profitabel. Wir sind nicht daran interessiert, unserem Geschäft nur Größe ohne ausreichende Synergien hinzuzufügen“, antwortete Oudéa im Interview mit der WirtschaftsWoche auf die Frage, ob die Société Générale Interesse an der Commerzbank habe. „Unsere Priorität liegt klar auf organischem Wachstum“, so Oudéa. In Deutschland sei die Bank stark in Bereichen wie Leasing, Handelsfinanzierung und Investmentbanking, in die man weiter investieren wolle. „Unser Ziel ist Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich.“

Keine Probleme sieht Oudéa für seine Bank mit dem Stresstest der EZB. „Würden die verschärften Kapitalanforderungen des Regelwerks Basel III nicht erst 2018, sondern schon heute komplett gelten, kämen wir aktuell auf eine Kernkapitalquote von zehn Prozent. Den Test sollten Banken bestehen, wenn sie nicht unter 5,5 Prozent fallen. Ich kann mir kein Szenario vorstellen, das uns an die Nähe dieser Schwelle befördern könnte.“ In der Bilanzprüfung und dem anschließenden Stresstest sehe er „keine Gefahr, sondern eine Chance. Wenn der Test zeigt, dass die Institute in guter Form sind, können wir sieben Jahre nach dem Ausbruch das Kapitel Bankenkrise schließen und uns auf Wachstum konzentrieren.“, sagte er.

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Oudéa sieht sich auch kaum von der Krim-Krise betroffen, obwohl Société Générale die am stärksten in Russland engagierte Bank Europas ist. „Unser Risiko ist begrenzt. In der Ukraine sind wir so gut wie nicht vertreten, unsere Kredite in Russland machen weniger als fünf Prozent unseres Gesamtengagements aus“, sagte Oudéa der WirtschaftsWoche. „Wir haben vorsichtig agiert und darauf geachtet, dass unser Wachstum vor allem aus lokaler Finanzierung hervorgeht. Bislang sind unsere russischen Aktivitäten nicht beeinträchtigt.“ Zudem gehe er davon aus, dass sich die Krim-Krise nicht ausweite, sondern die Diplomatie eine Ausweitung der Krise verhindern werde.

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