USA lassen Deutsche Bank in Devisenaffäre nicht vom Haken

Devisenaffäre: USA lassen Deutsche Bank nicht vom Haken

Eine US-Bezirksrichterin schließt nur einige Klagepunkte gegen die Deutsche Bank aus. Die Vorwürfe der Investoren gelten insgesamt als "plausibel". Das aktuelle Verfahren umfasst auch sechs andere Großbanken.

Die Deutsche Bank muss in der Affäre um Tricksereien auf dem billionenschweren Devisenmarkt weiter zittern. Eine US-Richterin wies zwar einen Teil der Vorwürfe gegen Deutschlands größtes Geldhaus und sechs andere Institute ab, wie in der Nacht zum Mittwoch bekanntwurde. Dabei geht es unter anderem um Kartellvorwürfe in Zusammenhang mit Geschäften außerhalb der USA. Auch Transaktionen, die vor dem 1. Dezember 2007 getätigt wurden, sollen demnach nicht berücksichtigt werden. Die meisten anderen Klagepunkte wurden aber zugelassen.

Deutsche Bank John Cryan wehrt sich gegen US-Justiz

Die US-Regierung verlangt eine hohe Strafe über 14 Milliarden Dollar von der Deutschen Bank. Das Geldhaus ist zuversichtlich, die Summe herunterhandeln zu können. Bei Börseneröffnung gingen die Aktien in den Sinkflug.

Die Deutsche Bank bestätigt: Im Streit um Hypothekengeschäfte fordert das US-Justizministerium von dem Frankfurter Geldhaus 14 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters

Denn insgesamt sei die Argumentation der Investoren durchaus "plausibel", schrieb Bezirksrichterin Lorna Schofield in Manhattan in ihrer 56-seitigen Begründung. Die Kläger monieren, sie hätten Nachteile bei Devisengeschäften erlitten, weil die Banken auf dem Markt durch unlautere Absprachen für künstliche Preise gesorgt hätten. Zu den im aktuellen Fall beschuldigten Banken zählen neben der Deutschen Bank auch Credit Suisse, Morgan Stanley, Societe Generale, Standard Chartered, Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ und die Royal Bank of Canada. Sie alle äußerten sich nicht zur Sache. Die Deutsche-Bank-Aktie war am Mittwoch mit einem Minus von einem halben Prozent größter Dax-Verlierer.

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Rund um den Globus gehen Ermittler schon länger dem Verdacht nach, dass Banken auf dem Devisenmarkt gemauschelt und Kunden über den Tisch gezogen haben. Offenbar wurde auch hier heimlich in Chatrooms kommuniziert und an wichtigen Kursen geschraubt, um Extra-Gewinne einzustreichen. Die Aufseher sehen Parallelen zum Skandal um manipulierte Zins-Referenzsätze wie Libor und Euribor.

Hier hatte die Deutsche Bank ebenfalls ihre Finger im Spiel und war zu einer hohen Milliardenstrafe verdonnert worden. In der Devisenaffäre haben sich die Frankfurter bislang nicht verglichen – obwohl sie einer der größten Spieler auf dem Markt sind. Intern gilt das Devisenthema – neben dem US-Hypothekenstreit, der Geldwäsche-Affäre in Russland und den Sanktionsverstößen bei früheren Iran-Geschäften - als eine der potenziell teuersten Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank.

Andere Großbanken haben die Devisenaffäre dagegen schon abgehakt. In Wellen gab es immer wieder Gruppen-Vergleiche. So mussten im Frühjahr 2015 fünf Institute eine Strafe von insgesamt 5,7 Milliarden Dollar an die US-Behörden abdrücken. Im Sommer 2015 folgten neun Banken mit einer gemeinsamen Strafzahlung von zwei Milliarden Dollar. Für diesen Vergleich hatte Richterin Schofield im vergangenen Dezember grünes Licht gegeben. Sie ist mit dem Thema also gut vertraut.

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