Dividendenstripping: Deutsche Bank untersucht zweifelhafte Aktien-Geschäfte

Dividendenstripping: Deutsche Bank untersucht zweifelhafte Aktien-Geschäfte

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Interne Kontrollen bei der Deutschen Bank - ein Kunde soll zweifelhafte Cum-Ex-Geschäfte gemacht haben.

Interne Überprüfungen sollen zeigen, ob sich Kunden der Deutschen Bank Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag steuerlich zu Nutze gemacht haben.

Mal wieder kursiert ein neuer Verdacht auf Dividendenstripping in der Frankfurter Bankenmetropole. Die Deutsche Bank überprüft derzeit intern, ob das Institut in zweifelhafte Aktiengeschäfte rund um den Dividenden-Stichtag involviert war. Denn im Zusammenhang mit Geschäften eines Kunden sei von der Finanzverwaltung an die Deutsche Bank ein Auskunftsersuchen gestellt worden, wie Deutschlands größtes Bankhaus am Sonntag mitteilte. Es handle sich dabei allerdings nicht um Untersuchungen der Finanzverwaltung gegen die Bank. Nach einem Bericht des "Spiegel" arbeitet das Bankhaus dabei mit einer großen Wirtschaftskanzlei zusammen.
Wie die Deutsche Bank weiter mitteilte, wurde das Auskunftsersuchen zum Anlass genommen, Handelsaktivitäten mit Aktien um die Dividendenstichtage herum zu überprüfen. Diese Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen. Nach den bisherigen Erkenntnissen geht die Bank nicht davon aus, dass im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften, die auch als "Dividendenstripping" bekannt sind, Steuerrückzahlungsverpflichtungen der Bank oder sonstige Zahlungsverpflichtungen geltend gemacht werden.
Bei derartigen Geschäften wurden Aktien kurz vor dem Dividendentermin verkauft und zurückgekauft, wenn die Ausschüttungen verteilt wurden. Ziel des Dividendenstrippings war es, sich die Kapitalertragssteuer auf die Dividende erstatten zu lassen, ohne diese vorher gezahlt zu haben.

Vorgaben in den USA erfüllt

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Gleichzeitig dürfte die Deutsche Bank strengere Regulierungsvorschriften in den USA ohne zusätzliches Kapital für die US-Tochter erfüllen. Eine Überweisung aus Deutschland wird also nicht notwendig sein. "Aufgrund der Kapitaldefinition der Amerikaner können wir Zusatzkapital benutzen, um diese Anforderungen zu erfüllen. Insofern wird hier kein Transfer von Kapital aus Deutschland heraus notwendig", sagte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause der "Börsen-Zeitung". Die Deutsche Bank könne das mit Zusatzkapitalinstrumenten abdecken, sollten entsprechende Vorschriften in den USA beschlossen werden. "Nachrangkapital, wie wir es im Mai emittiert haben, ließe sich dafür nutzen. Kernkapital müssen wir aus unserer Sicht deshalb nicht transferieren", machte Krause klar.

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Die USA planen verschärfte Eigenkapitalvorschriften für ausländische Institute. Die vor allem mit dem Namen des US-Notenbankers Daniel Tarullo verbundenen Pläne sehen vor, dass ausländische Banken in den USA künftig soviel Kapital vorhalten müssen wie heimische Institute. Bislang haben die USA ausländische Institute auf Konzernebene betrachtet und deren Beaufsichtigung den jeweiligen Heimatmärkten überlassen.
Dass die Deutsche Bank die Vorgaben ohne Kapitaltransfer erfüllen könne, liege auch an der Reduzierung der Bilanzsumme in den USA durch Verlagerung von Aktivitäten. "Unsere mexikanische Tochtergesellschaft zum Beispiel wird bislang in die USA hinein konsolidiert. Wenn solche Regeln greifen, konsolidieren wir unsere mexikanische Tochtergesellschaft nicht mehr in die US-Holding", erläuterte Krause. "Das heißt, wir werden bestimmte Strukturen verändern und anpassen. Aber wir werden kein Zusatzkapitalbedarf im Sinne von Kapitaltransfer in die USA haben."

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