Drogenkauf: Neuer Skandal erschüttert britische Banken

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Drogenkauf: Neuer Skandal erschüttert britische Banken

Zu den Skandalen, die den britischen Bankensektor bislang erschüttert haben, kommt jetzt ein neuer. Ein Video zeigt, wie ein ehemaliger Aufsichtsratschef mutmaßlich einen Drogenkauf einfädelt.

300 britische Pfund für Kokain und Crystal Meth soll der ehemalige Aufsichtsratschef eines fast bankrotten Kreditinstituts mutmaßlich für Drogen bezahlt haben, so berichtet es zumindest das Wallstreet Journal und beruft sich dabei auf die Zeitung "Mail on Sunday". Paul Flowers, der Aufsichtsratschef der britischen Co-operative Bank war, soll die Drogen in der Stadt Leeds gekauft haben. Seine Behauptungen untermauert die Zeitung mit Fotos und einem Video, auf denen zu sehen ist, wie er offensichtlich mit jemandem bespricht, welche Drogen er kaufen muss. Flowers reiht sich damit in die Vielzahl der Skandale ein, die den britischen Bankensektor in den vergangenen Jahren erschüttert haben: Staatsrettungen, Ermittlungen wegen Marktmanipulation und auch der Entzug des Rittertitels eines ehemaligen Bankenchefs.

Paul Flowers trat im Juni vom Amt als Aufsichtsrat der Bank zurück und musste erst vergangene Woche über seine Rolle im Skandal um die Co-op Bank aussagen. Seitdem der 63 Jahre alte Pfarrer der Methodistenkirche zurücktrat, haben sich die Verluste ausgeweitet - und bedrohen nun auch den Mutterkonzern Co-operative Group Ltd.

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In einer Stellungnahme rechtfertigte Flowers sein verhalten. Darin heißt es: „Dieses Jahr war mit einem Todesfall in der Familie und dem Druck auf meine Rolle in der Co-operative Bank unglaublich schwierig. Auf dem Tiefpunkt in dieser schrecklichen Zeit habe ich Dinge getan, die dumm und falsch waren. Das tut mir leid, und ich nehme professionelle Hilfe in Anspruch und entschuldige mich bei allen, denen ich weh getan habe oder die ich durch mein Handeln im Stich gelassen habe." Die Methodistenkirche suspendiert Flowers wegen "laufender Ermittlungen" für drei Wochen vom Dienst. Ein mutmaßlicher Bekannter soll das Video und die Textnachrichten der Zeitung zur Verfügung gestellt haben.

Das Schicksal der Co-op Bank steht stellvertretend für die schwierige Lage, in der sich die britische Bankenbranche befindet. Das Image der Bank, die lange als ethisch korrekter Kreditgeber galt, bekommt mit dem mutmaßlichen Drogenkonsum, einen weiteren Kratzer. Das Ansehen der Bank sank rapide, als herauskam, dass faule Immobilienkredite und eine missglückte Expansionsstrategie zwischen Dezember 2012 und Juni 2013 fast die Hälfte des Bankenkapitals vernichtet hat. Die Bank wird derzeit mit 1,56 Milliarden britischen Pfund gerettet.

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