DZ Bank und WGZ Bank: Banken wappnen sich mit Zusammenschluss gegen Krisen

DZ Bank und WGZ Bank: Banken wappnen sich mit Zusammenschluss gegen Krisen

Bild vergrößern

Die beiden Zentralbanken DZ und WGZ der Volks- und Raiffeisenbanken fusionieren.

von Mark Fehr

Die beiden Zentralbanken der Volks- und Raiffeisenbanken fusionieren. Das soll das deutsche Erfolgsmodell kundeneigener Banken vor Niedrigzins und Regulierungswut schützen.

Es ist der letzte logische Schritt: Mit der Frankfurter DZ Bank und der Düsseldorfer WGZ Bank wollen sich die beiden verbliebenen Zentralbanken der Volks- und Raiffeisenbanken zu einer Adresse zusammenschließen. DZ und WGZ Bank bündeln das Kapital der rund 1000 meist kleinen und mittleren Volks- und Raiffeisenbanken.

Das ermöglicht dem Verbund aus regional verstreuten und selbstständigen Instituten, an den internationalen Kapitalmärkten anzudocken oder große Firmenkunden zu bedienen. Allein würden das kleinere Volksbanken nicht schaffen.

Anzeige

DZ Bank und WGZ Bank Neuer Anlauf für Fusion

Die genossenschaftlichen Spitzeninstitute wollen es noch einmal versuchen. Dieses Mal soll die Fusion von DZ Bank und WGZ Bank klappen. Dann entstünde die Nummer drei auf dem deutschen Markt.

Wolfgang Kirsch (r), Vorstandsvorsitzender der DZ Bank und Hans-Bernd Wolberg, Vorstandsvorsitzender der WGZ Bank. Quelle: dpa

Unterhielten die Kreditgenossen nach dem Krieg noch 20 Zentralbanken und Zentralkassen, gab es nach diversen Zusammenschlüssen 1990 nur noch vier, von denen 2001 schließlich DZ und WGZ Bank übrig blieben. Ihre Fusion schließt diese Konsolidierungskette nun ab.

Beide Banken zusammen bringen rund 500 Milliarden Euro Bilanzsumme auf die Waage, was sie zur drittgrößten Bank in Deutschland machen würde. Für die rund 18 Millionen Sparer und Unternehmer, die Genossen – also Mitglieder – einer Volks- und Raiffeisenbank an ihrem Heimatort sind, dürfte sich durch die Großfusion nicht viel ändern.

Zusammenschluss soll krisensicher machen

Der Zusammenschluss soll das Zentralbankgeschäft der Genossenschaftsbanken aber billiger und krisenresistenter machen. Rund 100 Millionen Euro Kosten wollen beide Seiten dadurch jährlich sparen, wenn der Merger wie geplant im August 2016 realisiert wird.

Sparen muss das Genossenschaftslager, weil niedrige Zinsen und strengere Finanzregeln die Ergebnisse drücken. Diese beißen vor allen kleine Institute wie die Volks- und Raiffeisenbanken. Ihr Verbund muss daher jede Synergie- und Sparchance nutzen, die sich ihm bietet. Bei DZ und WGZ sind die negativen Auswirkungen der neuen Finanzwelt allerdings noch nicht angekommen: Ihre Geschäftszahlen glänzen, die Eigenkapitaldecke ist robust und beim großen Bankenstresstest durch die Europäische Zentralbank gab es keine Probleme.

Nach einer Berechnung der Unternehmensberatung Bain & Company stehen die beiden Zentralinstitute sogar an der Spitze der deutschen Banken was die Eigenkapitalrendite betrifft – und dass, obwohl beide Unternehmen sich anders als die privaten Großbanken nicht an der Börse behaupten müssen.

DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch und sein WGZ-Counterpart Hans-Bernd Wolberg betonen daher nur zu gern, dass der Zusammenschluss ihrer Häuser nicht aufgrund von Finanzlücken erfolgt. Sie sehen den Schritt aber als notwendig, um das genossenschaftliche Prinzip für die Zukunft zu wappnen. Beide beteuern, dass Personalabbau nicht der Zweck des Fusionsprojekts sei. Trotzdem werden nach dem Zusammenschluss dort Stellen wegfallen, wo Aufgaben doppelt besetzt sind. Die Abbaulasten sollen fair zwischen den knapp 4400 DZ-Bank-Mitarbeitern und ihren fast 1300 WGZ-Kollegen verteilt werden.

Weitere Artikel

Die kleinere WGZ verliert allerdings ihren Namen, während DZ-Bank-Chef Kirsch den Chefposten des zusammengeschlossenen Unternehmens unter dem Markenzeichen der DZ Bank übernimmt. Wolberg wird sein Stellvertreter.

Noch nicht ganz klar ist, was sich für die großen DZ-Bank-Töchter wie die R+V Versicherung, den Vermögensmanager Union Investment und die Bausparkasse Schwäbisch Hall ändert. Sie sind durch den Zusammenschluss nicht direkt betroffen, allerdings bekommen sie in der neuen Holdinggesellschaft der DZ-Bank-Gruppe laut Organigrammskizze künftig einen gleichberechtigten Platz neben dem Zentralbankgeschäft.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%