Empfang des Bankenverbandes: Banken müssen dem System dienen, nicht umgekehrt

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Empfang des Bankenverbandes: Banken müssen dem System dienen, nicht umgekehrt

von Henning Krumrey

Beim Empfang des Bankenverbands lobte Kanzlerin Merkel die gegängelte Branche, sparte aber auch nicht mit Kritik. Das Vertrauen sei noch nicht wieder hergestellt. Die Banken müssen sich mehr unterordnen.

Beim Empfang des Bundesverbandes Deutscher Banken am Montagabend mühten sich alle, dem scheidenden Präsidenten Andreas Schmitz nicht nur zu danken. Es wirkte viel mehr, als wollte man die Staffelübergabe zum Nachfolger Jürgen Fitschen nutzen, um Schmitz zu trösten für die schwere Zeit, die er in den vergangenen vier Jahren er- und durchlitten hatte. Denn bei seiner Kandidatur 2008 konnte er nicht ahnen, dass er nur wenige Monate später in den Strudel der Bankenkrise und später in die Wirren der Eurokrise geraten würde.

Banken müssen dem System dienen - nicht umgekehrt

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Besonders herzlich lobte Angela Merkel als Gastrednerin die Zeit mit Schmitz, der im Hauptberuf die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus leitet. Sie erinnerte aber auch an die „nicht immer harmonische, aber immer konstruktive Zusammenarbeit“ mit dem Verband in den Zeiten der großen Bankenkrise. Denn zuvor hatte sich schon der scheidende Präsident artig bedankt, die Branche habe „nicht vergessen, wie beherzt“ die Kanzlerin und die Regierung bei Ausbruch der Krise mit der Spargeldgarantie eingeschritten sei – „auch wen wir später vielleicht nicht immer mit allen Maßnahmen einverstanden gewesen sind“.

Das sind die größten Banken Deutschlands

  • Platz 12

    2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

    Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

  • Platz 11

    Die Postbank gehört zur Deutschen Post und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

    Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

  • Platz 10

    Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

    Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

  • Platz 9

    Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

    Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

  • Platz 8

    Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

    Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

  • Platz 7

    Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

    Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

  • Platz 6

    Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

    Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

  • Platz 5

    Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

    Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

  • Platz 4

    Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

    Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

  • Platz 3

    Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

    Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

  • Platz 2

    Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

    Bilanzsumme (2011): 661,80 Milliarden Euro

  • Platz 1

    Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

    Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Merkel versäumte aber auch hier wie so oft nicht, Lob und Dank mit mahnenden Worten zu verknüpfen. Es gehe vor allem um „Vertrauen, das auch heute nicht in vollem Umfang zurück gewonnen ist. Viele in Deutschland, gerade auch Unternehmer sagen, dass sie auch eine dienende Funktion haben.“ Und noch deutlicher: „Es ist wichtig, dass die Banken sich auch in einer dienenden Funktion für ein Gesamtsystem sehen.“ Immerhin hätten die Institute zwischen dem April 2008 und dem dritten Quartal 2012 ihr Kernkapital von 8,6 auf 13 Prozent erhöht.

Basel III wird noch nicht überall akzeptiert
Aber die Politik habe „einen wichtigen Beitrag geleistet“. Sodann zählte die Kanzlerin all die Regulierungsschritte auf, die sowohl national als auch auf europäischer bis zur G-20-Ebene eingeleitet und größtenteils auch umgesetzt wurden. Schließlich müsse der Staat „die Leitplanken setzen, auch für die Finanzwirtschaft“.

Aber es sei noch viel zu tun. So habe man zwar „im Angesicht der Krise dramatische und wichtige Fortschritte gemacht“, wie die strengeren Vorschriften zur Eigenkapitalausstattung, das Basel III-Abkommen. Doch längst würden diese Vorschriften noch nicht überall akzeptiert. „Es macht keinen Sinn, wenn wir das in Europa in höchster Vollkommenheit umsetzen und andere Teile der Welt sich immer wieder drücken.“

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