EnBW-Affäre: Banker Notheis stolpert endgültig

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EnBW-Affäre: Banker Notheis stolpert endgültig

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Bis vor kurzem noch der Vorstandsvorsitzende der Morgan Stanley Bank in Deutschland, nun ist Dirk Notheis ein ehemaliger Top-Investmentbanker - er wird aus seiner Auszeit nicht wieder zurückkehren.

Erst wollte sich Dirk Notheis eine Auszeit von der Arbeit im Morgan-Stanley-Vorstand nehmen. Mittlerweile heißt es, dass er nicht mehr Mitglied im Vorstand ist. Gegen den 44-Jährigen wird wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Das Land Baden-Württemberg prüft Schadenersatzansprüche gegen die Investmentbank wegen Falschberatung.

Der ehemalige Top-Investmentbanker Dirk Notheis kehrt nicht mehr zu Morgan Stanley zurück. „Notheis ist nicht mehr Mitglied des Vorstands“, bestätigte eine Sprecherin der Deutschland-Tochter Morgan Stanley Bank AG am Dienstag in Frankfurt mehrere Zeitungsberichte. Notheis ist tief in die Affäre um die Rückverstaatlichung des Energiekonzerns EnBW durch das Land Baden-Württemberg verstrickt.

Er hatte sein Amt seit Ende Juni zunächst ruhen lassen, am Freitag vorvergangener Woche trat er endgültig den Rückzug von der Bank an, wie die Finanzaufsicht BaFin am Dienstag bestätigte. Notheis' Rolle im Zusammenspiel mit dem ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus - einem Parteifreund des Bankers - hatte auch die Aufseher auf den Plan gerufen: „Wir haben uns den Sachverhalt natürlich angeschaut“, sagte ein Sprecher der Behörde.

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Es sei aber zu keinem Abschluss der Überprüfungen gekommen. Die BaFin ist unter anderem für die Zuverlässigkeit von Bank-Managern zuständig. Notheis selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der 44-Jährige hatte die Deutschland-Tochter der US-Investmentbank seit Februar 2009 geführt, für die er seit 1999 arbeitete. Der CDU-Mann Notheis war in Wirtschaft und Politik gut vernetzt. Seit Ende Juni hat Aufsichtsratschef Lutz Raettig das Vorstandsamt bei Morgan Stanley Deutschland interimistisch wieder inne.

Beide kannten sich bereits aus der Jungen Union

Gegen Mappus wird wegen Untreue ermittelt, bei Notheis geht es um den Verdacht der Beihilfe zur Untreue. Die grün-rote Landesregierung ist der Ansicht, dass das Land zu viel für die Anteile bezahlt hat und prüft Schadenersatzansprüche gegen die Investmentbank wegen Falschberatung. Berater Notheis hatte Mappus in diversen E-Mails genaue Handlungsanweisungen gegeben, wie er sich in den Verhandlungen mit dem französischen EnBW-Aktionär EdF verhalten solle.

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Der Ministerpräsident hatte den Landtag bei dem Geschäft übergangen. Notheis weist die Vorwürfe zurück. Notheis und Mappus waren bereits gemeinsam in der baden-württembergischen Jungen Union, der CDU-Nachwuchsorganisation, engagiert gewesen. Zusammen mit dem im Frühjahr 2011 abgewählten Mappus hatte er den Kauf von rund 45 Prozent am Versorger EnBW für rund 4,7 Milliarden Euro eingefädelt. Der Rechnungshof des Landes erhebt in einem Gutachten schwere Vorwürfe gegen das Verhandlungsduo: Der im Dezember 2010 abgeschlossene Kaufvertrag sei in einem engen Zeitrahmen ungenügend und zum Nachteil des Landes verhandelt worden.

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