EU-Stresstest: DZ Bank droht eine 350-Millionen-Euro-Lücke

EU-Stresstest: DZ Bank droht eine 350-Millionen-Euro-Lücke

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Die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, DZ Bank, in Frankfurt am Main

Der EU-Banken-Stresstest nach verschärften Kriterien sorgt für Nervosität: Die DZ Bank wäre nach schon die fünfte deutsche Bank, die die Zielvorgaben verfehlt. Aber offiziell ist das noch nicht.

Der laufende Krisentest der europäischen Bankenaufsicht EBA macht auch der genossenschaftlichen DZ Bank zu schaffen. Aus Finanzkreisen verlautete mehrfach, dem Institut drohe eine Kapitallücke von rund 350 Millionen Euro. Diese Geld würde die DZ Bank benötigen, um die Eigenkapitalquote von jetzt 8,6 Prozent auf die geforderten 9,0 Prozent zu erhöhen. Schließen will das Frankfurter Spitzeninstitut von etwa 1000 Volks- und Raiffeisenbanken die Lücke aus eigener Kraft: durch die Einbehaltung von Gewinnen und den Abbau von Bilanzpositionen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, etwa das Anleiheportfolio und Projektfinanzierungen.

Nach dem aktualisierten Stresstest-Szenario, bei dem sämtliche Staatsanleihen zum Marktpreis Ende September bewertet werden, würde das Eigenkapital der Bank also nicht reichen. Die EBA erwartet die Aufstockung des Kernkapitals, das als Puffer für Krisenzeiten gilt, bis Ende Juni 2012. Nach Commerzbank, Deutscher Bank, den Landesbanken LBBW und NordLB wäre die DZ Bank schon das fünfte deutsche Institut, bei dem der Stresstest eine Kapitallücke offenbart.

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Stresstest beruhigt nicht

Allerdings sind die genauen Kriterien der Ende Oktober von der Politik vereinbarten Überprüfung weiterhin unklar. Das sorgt für Verstimmung unter den Aufsehern und für viel Kritik, vor allem vonseiten deutscher Banken. Zunehmend wird bezweifelt, ob der Test sein zentrales Ziel erreichen wird: Vertrauen in die Stabilität der Banken zu schaffen. Die EBA will nach bisherigen Angaben die Daten noch in diesem Monat veröffentlichen. 

Die Deutsche Bank benötigt nach Informationen aus Kreisen bis zu drei Milliarden Euro zusätzliches Kapital. Dieses Geld soll vor allem aus einbehaltenen Gewinnen zusammenkommen. Bei der Commerzbank fehlen Gerüchten zufolge bis zu fünf Milliarden Euro. Experten befürchten, dass die deutsche Nummer Zwei es anders als angekündigt nicht aus eigener Kraft schafft und stattdessen erneut um Staatshilfe bitten muss. Spekuliert wird aber auch über den Verkauf der profitablen Online-Tochter Comdirect und der zuletzt ebenfalls sehr erfolgreichen BRE Bank. Im Gespräch ist darüber hinaus die Auslagerung der Problemtochter Eurohypo in eine vom Bund abgesicherte Bad Bank.

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