Euro Finance Week : Banker klagen über zu strenge Aufsicht

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Euro Finance Week : Banker klagen über zu strenge Aufsicht

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Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender der Deutschen Bank, während einer Veranstaltung im Rahmen der "Euro Finance Week" in Frankfurt am Main.

von Mark Fehr

Im fünften Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise beschweren sich die wichtigsten deutschen Bankchefs schon wieder über die schärferen Regeln für ihre Branche.

Auf Einladung des Eventmanagers Nader Maleki treffen sich diese Woche auch im fünften Jahr der Finanzkrise wieder die wichtigsten Banker, Politiker und Finanzaufseher am Finanzplatz Frankfurt, um über nichts Geringeres zu diskutieren als die Zukunft der Geldbranche. Ist die Krise überstanden oder geht sie jetzt erst richtig los, fragten sich die versammelten Experten.

„Das schlimmste liegt hinter uns“, sagte Yves Mersch, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Der Notenbanker baut gerade die zentrale Bankenaufsicht über die wichtigsten Institute der Eurozone auf, die schon im November kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll. Laut Mersch haben europäische Banken in den vergangenen Jahren insgesamt 225 Milliarden Euro frisches Kapital aufgenommen. Trotzdem durchleuchtet die EZB bis zum Start der gemeinsamen Bankenaufsicht die Kreditinstitute gerade auf Altlasten. Dabei werde dem Thema Staatsanleihen besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wie das genau passieren solle, sei noch nicht entschieden. Klar sei aber, dass Staatsanleihen beim EZB-Bankenstresstest einem starken Druck unterliegen werden.

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Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, klagte über eine in seinen Augen an vielen Stellen fehlgeleitete Bankenregulierung. Die Trennung des Investmentbankings vom Einlagen- und Kreditgeschäft sei schlecht für die Kunden einer Bank. Sein Institut wolle eine globale Universalbank bleiben. Dabei liegen nach Ansicht von Fitschen in der Größe einer Bank nicht nur Gefahren sondern auch Vorteile. Großinstitute seien anders als kleine in der Lage, besonders starke Schocks aufzufangen, ohne die Steuerzahler in Mitleidenschaft zu ziehen. Die geplante Transaktionssteuer auf Börsengeschäfte bezeichnete Fitschen als Unsinn und erfuhr dabei Unterstützung durch den noch amtierenden hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn.

Vor einer Regulierungswelle warnten auch Wolfgang Kirsch, Chef der DZ Bank und Hans-Dieter Brenner, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen. In ähnlicher Richtung argumentierte ebenfalls Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. Seiner Meinung nach ist die zentrale Registrierung von 170000 Beratern von der falschen Vorstellung getrieben, dass Banker ihre Kunden ständig über den Tisch ziehen wollten. Die Überregulierung bei der Wertpapierberatung ist nach Darstellung Fahrenschons so stark, dass den Verbrauchern die Freiheit genommen werde. „Die Bürger brauchen aber keine staatliche Nanny, die ihnen sagt, was sie tun dürfen und was nicht.“

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Der gründe Europaparlamentarier Sven Giegold kritisierte die Haltung von Sparkassen und Volksbanken. Diese täten so, als ob sie mit der Krise nichts zu tun gehabt hätten, wobei sie unter den Tisch fallen lassen würden, dass auch die den Sparkassen gehörenden Landesbanken schwer getroffen wurden und große Schäden verursacht haben. Giegold bezeichnete es als eine große Herausforderung, die gemeinsame Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB zum Laufen zu bringen. Nationale Altrisiken in den Bankbilanzen dürften nicht der Staatengemeinschaft aufgebürdet werden.

Sabine Lautenschläger, Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, stellte die über falsche und zu strenge Regeln klagenden Banker darauf ein, dass die Regulierung ihrer Branche eher zu- als abnehmen werde. Sie erklärte das vor der Krise herrschende Konzept der Selbstregulierung für gescheitert, das Pendel schlage jetzt eben in die andere Richtung. 

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