
MünchenDie Euro-Krise macht der HypoVereinsbank (HVB) immer mehr zu schaffen. Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal auf 182 (Vorjahr: 639) Millionen Euro ein, wie die Tochter der italienischen UniCredit am Freitag mitteilte. Die niedrigen Zinsen drückten auf die Einnahmen im Kreditgeschäft, der Handel verdiente nicht mehr so gut und der Abschwung führte zu einer höheren Risikovorsorge für faule Kredite.
HVB-Chef Theodor Weimer stimmt die Entwicklung vorsichtig: "Wir gehen davon aus, dass wir das Vorjahresergebnis leicht übertreffen können." 2011 war die Münchner Großbank auf einen Vorsteuergewinn von 1,61 Milliarden Euro gekommen. Im ersten Halbjahr 2012 waren es nun bereits 1,55 Milliarden Euro. Weimer sagte, er sei bei Prognosen ein "gebranntes Kind". Denn im Vorjahr konnte er sein Gewinnziel wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten nicht erreichen.
Die Situation sei immer noch schwierig, betonte Weimer. Börsengänge platzten, Kredite würden nicht nachgefragt und an den Kapitalmärkten herrsche Flaute. Insofern werde das zweite Halbjahr schwächer werden. "Wir planen aber keine Verluste ein." Weimer zufolge werden die großen Schwankungen an den Börsen und die Sorgen um den Euro die Finanzbranche spürbar belasten. "In diesem Umfeld können bereits einzelne Nachrichten erhebliche Marktverwerfungen auslösen und nachhaltig negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben."
Der Großteil des HVB-Vorsteuergewinns kam mit 1,09 Milliarden Euro im ersten Halbjahr wie gewohnt aus dem Investmentbanking und Firmenkundengeschäft. Die ohnehin schwache Privatkundensparte steuerte nur 47 Millionen Euro bei, das Geschäft mit vermögenden Kunden sogar nur 28 Millionen. Alle Bereiche lagen deutlich unter den Vorjahreswerten. (Reporter: Christian Krämer; redigiert von Hans Seidenstücker)





















