European Banking Congress: Gefährliche Eintracht beim Bankenkongress

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European Banking Congress: Gefährliche Eintracht beim Bankenkongress

von Mark Fehr

Politiker und Banker demonstrieren auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt Eintracht. Europas Zentralbank soll als Mammut-Behörde die Krise lösen – von den gefährlichen Nebenwirkungen war kaum die Rede.

Der Europäische Bankenkongress in der Alten Oper bildet traditionell den krönenden Abschluss der Euro Finance Week, des größten Kongresses der Finanz- und Versicherungsindustrie in Europa. Zu normalen Zeiten sind solche Großveranstaltungen abschreckend dröge für finanzielle Laien. In der Krise ist das anders. Was Banker und Finanzpolitiker jetzt besprechen, hat direkte Auswirkungen auf das Geld von Sparern und Steuerzahlern.

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Die Entscheider wissen das und geben sich daher besondere Mühe um konziliantes Auftreten:

Commerzbank-Chef Martin Blessing, Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, Euro-Finance-Week Veranstalter Nader Maleki und Frankfurts OB Peter Feldmann begrüßen ihre Gäste im Foyer der Alten Oper mit Handschlag. Der freundliche Empfang ist gelungen, doch die Botschaften, die die Finanzgrößen danach ans Publikum senden, haben es in sich.

Wer allerdings eine Generalabrechnung des sozialdemokratischen Oberbürgermeisters mit der Finanzindustrie erwartet hatte, wurde enttäuscht. Feldmann bemühte sich, der Rolle Frankfurts als wohl wichtigster Finanzplatz des europäischen Festlands gerecht zu werden. Seine Skepsis gegenüber einer allmächtigen Geldbranche ließ er nur stellenweise durchscheinen.

„Einige Banker waren wegen meiner Wahl zum Oberbürgermeister besorgt“, sagte Feldmann. Die Bedenken dieser kleinen aber einflussreichen Klientel will der neue OB zerstreuen. Die Finanzkrise habe die Welt geteilt, in den Augen der Öffentlichkeit gebe es nun die Banker und die anderen. „Doch es darf keine Trennung von Finanzbranche und Bürgern geben“, sagte Feldmann. Die Diskussion solle sich nicht nur auf die zerstörerischen Effekte der Finanzmärkte konzentrieren, es sei vermessen, das kreative Potenzial finanzieller Innovationen zu vergessen.

Den politischen Zuspruch dürfte Commerzbank-Chef Martin Blessing als Trost erlebt haben. Seiner Meinung nach glaubt die Öffentlichkeit, dass sich in der Finanzwelt seit der Krise nicht viel getan hat. „Wir müssen beweisen, dass es Fortschritte gibt“, fordert Blessing seine Branchenkollegen auf. Die Banken hätten ihre Geschäftsmodelle angepasst, ihre Kapital gestärkt und exzessive Bonuszahlungen abgeschafft. Dafür ist Blessings Institut tatsächlich ein gutes Beispiel. Die Commerzbank hat in einem Kraftakt ihr Haftungspolster sogar höher aufgestockt, als es die Bankenaufsicht gefordert hatte. Das hatten viele dem Institut und seinem Management nicht zugetraut.

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