Irans Banken: Heikle Geschäfte in Deutschland

ThemaNaher Osten

Exportfinanzierung: Heikle Geschäfte mit Irans Banken in Deutschland

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Die Filiale der iranischen Bank Melli in Hamburg

von Saskia Littmann

Die Wirtschaftssanktionen gegen Iran sind gelockert. Doch kaum jemand mag Geschäfte mit dem Reich der Mullahs finanzieren. Neue iranische Banken sollen das ändern, falls man sie lässt.

Sein erster Besuch im Iran hat Franz Josef Nick sofort begeistert. Allein wie viele deutsche Autos da auf den Straßen Teherans herumfahren! Hier zähle made in Germany noch wirklich, sagt der 58-jährige Banker mit dem langen grauen Haupthaar.

Viele Daimler-Lieferwagen, die noch vor Beginn der Sanktionen 2007 im Land eintrafen, würden immer noch munter auf Teherans Straßen fahren, schwärmt Nick, der gefühlsbetonten Übertreibungen eigentlich unverdächtig ist.

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Zuletzt war der eher spröde Typ Vorstandschef der Düsseldorfer Targobank. Mit dem Abschied vor knapp zwei Jahren schien seine Bankerkarriere beendet, Nick arbeitete als freischaffender Jurist – bis ihn eine Anfrage von Nader Maleki erreichte. Der Frankfurter Finanzlobbyist stammt aus dem Iran. Nick soll Banken aus Malekis Heimat in Deutschland unterstützen.

Wahlen im Iran Der Wackelkandidat

Dass Hassan Rohani die Wahl im Iran gewonnen hat, ist gut für deutsche Unternehmen. Trotzdem bleibt das Land ein heikler Investitionsstandort. Die Euphorie, die noch vor einem Jahr viele erfasste hatte, ist verflogen.

Unterstützer des iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Quelle: dpa

Ein Feierabendjob ist das nicht. Mindestens eine iranische Bank könnte noch in diesem Jahr eine Filiale in Deutschland eröffnen, vier weitere arbeiten daran, sich bei der deutschen Finanzaufsicht für eine Lizenz zu bewerben. Und noch mehr würden gerne nachziehen. Nach dem Ende der Sanktionen im Januar 2016 wittern Institute wie die Middle East Bank und die Saman Bank Chancen in Deutschland. Aber werden sie wirklich gebraucht? Sind sie erwünscht?

Die Sanktionen haben den Handel zwischen dem Iran und der EU ebenso zum Erliegen gebracht wie den Zahlungsverkehr. Erst seit Anfang 2016 funktionieren Überweisungen wieder.

Handel mit dem Iran Ruhanis Wahlsieg lässt deutsche Wirtschaft hoffen

Mit dem Iran wollen auch deutsche Unternehmen handeln. Dass Amtsinhaber Ruhani nun die Präsidentschaftswahl gewinnt, beruhigt Wirtschaftsverbände hierzulande. Denn Probleme gibt es beim Handel mit dem Land ohnehin genug.

Hassan Ruhani steht für eine Öffnung gegenüber dem Westen. Quelle: dpa

Der Handel zwischen dem Iran und Deutschland ist seitdem um gut 20 Prozent gestiegen, rund 1000 deutsche Unternehmer sind mit Delegationen nach Teheran gereist, um dort Hände zu schütteln und mögliche Geschäftspartner zu treffen. Trotzdem bleibt die Beziehung schwierig, viele Banken weigern sich, Geschäfte zu finanzieren. „Der Mittelstand würde gern viel mehr exportieren“, sagt Maleki.

Doch die Beziehung ist immer noch heikel. „Einen Kredit für ein großes Iran-Geschäft gibt Ihnen in Deutschland keine Bank“, sagt Michael Tockuss, Geschäftsführer der Deutsch-Iranischen Handelskammer. Mehr als 40 Millionen Euro Kredit seien kaum möglich. Mittelständler, die Produkte in den Iran verkaufen wollen, finden oft keine Bank, die Zahlungen abwickelt.

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