Externer Finanzchef: Commerzbank rüstet sich für schwierige Zukunft

Externer Finanzchef: Commerzbank rüstet sich für schwierige Zukunft

, aktualisiert 28. November 2011, 08:01 Uhr
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Umbaumaßnehmen müssen sein bei der Commerzbank.

Quelle:Handelsblatt Online

Es ist eine ganz wichtige Woche für die Commerzbank. Nicht zuletzt trifft der Aufsichtsrat wegweisende Entscheidungen. Dabei könnte dem Institut im Hinblick auf den neuen Finanzchef eine positive Überraschung gelingen.

FrankfurtDie Commerzbank ist auf der Suche nach einem neuen Finanzvorstand fündig geworden. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats wird einen externen Manager als Nachfolger für den Ende März ausscheidenden Eric Strutz vorschlagen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. "Für den 2. Dezember ist eine Aufsichtsratssitzung mit dem Tagesordnungspunkt Vorstandsangelegenheiten angesetzt worden", hieß es im Konzern. Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern
Sollte die Personalie nicht auf der Zielgeraden scheitern - der unterschriftsreife Vertrag ist noch nicht unterzeichnet, zudem muss der Aufsichtsrat noch zustimmen -, dann wäre der Bank eine Überraschung geglückt. Zuletzt hatten nur noch wenige Beobachter dem Institut zugetraut, angesichts der schwierigen Lage der Bank einen externen Manager zu gewinnen. Daher hatten viele zuletzt mit einer internen Lösung gerechnet, etwa mit der Berufung des Strategiechefs Michael Bonacker oder des Bereichsleiters im Finanzressort, Markus Krebber.

Zudem soll der Aufsichtsrat am Freitag wichtige Weichen für die nächsten Monate stellen. Das Gremium werde sich auf einer außerordentlichen Sitzung mit den Maßnahmen befassen, mit denen Deutschlands zweitgrößte Bank die erhöhten Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA erfüllen will, sagte ein mit der Tagesordnung Vertrauter am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Nach einem Zeitungsbericht gehört dazu ein Tausch von Hybridanleihen in Aktien. Außerdem solle dann der neue Finanzvorstand bestimmt werden, der die Einschnitte umsetzen muss.

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Ungewöhnliche Finanzmaßnahmen

Die 70 größten europäischen Banken müssen bis Juni 2012 eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen, um einer sich ausweitenden Euro-Schuldenkrise zu widerstehen. Der Commerzbank fehlen dazu nach Reuters-Informationen fünf Milliarden Euro.

Vorstandschef Martin Blessing will dies durch den massiven Abbau von Bilanzrisiken erreichen, die mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Er hat sein berufliches Schicksal daran geknüpft, dass die Bank nicht noch einmal Staatshilfen in Anspruch nehmen muss.

Schon nach dem Bekanntwerden der vorläufigen EBA-Daten, die eine Kapitallücke von 2,9 Milliarden Euro ergaben, hatte der Bankvorstand beschlossen, das Neugeschäft des Immobilienfinanzierers Eurohypo vorübergehend einzustellen und Kredite in der gesamten Bank nur noch dann zu vergeben, wenn sie mit Deutschland oder Polen zu tun haben. Durch die Erhöhung des Kapitalbedarfs dürften weitergehende Maßnahmen erforderlich sein.

Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ will die Bank dazu Hybridanleihen unter ihrem Nennwert zurückkaufen und deren Besitzer mit neuen Aktien auszahlen. Das solle eine Entlastung von 600 Millionen bis zu einer Milliarde Euro bringen.

Die Papiere zählen nicht zum harten Kernkapital, das die EBA als Messlatte nimmt. Eine ähnliche Aktion hatte der Bank schon im Januar 300 Millionen Euro gebracht. Allerdings ist sie davon abhängig, dass die Inhaber der Hybridtitel zum Tausch bereit sind.

Quelle:  Handelsblatt Online
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