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exklusivEZB-Hilfen: Verdi kritisiert Milliarden-Rückzahlung bei Commerzbank

von Mark Fehr

Commerzbank-Chef Martin Blessing zahlt 10 Milliarden Euro an Liquiditätsspritzen aus dem als „Dicke Bertha“ bezeichnetem Hilfsprogramm der Europäischen Zentralbank zurück. Dafür erntet er aber kein Lob, sondern Kritik aus dem eigenen Unternehmen.

Rang 2

Aufschließen zur Deutschen Bank wollte die Commerzbank Anfang des Jahrtausends, als mit der damaligen Dresdner Bank und der HypoVereinsbank noch zwei Institute zwischen dem Branchenführer und dem Möchtegern-Aufsteiger standen. Zwar besetzt die Commerzbank heute mit einer Bilanzsumme von rund 660 Milliarden Euro tatsächlich den zweiten Platz im Ranking der größten deutschen Kreditinstitute, doch die Aufholjagd mit dem Kauf der Dresdner Bank mitten in der Finanzkrise 2008 ist ihr schlecht bekommen. Nach dem Staatseinstieg muss das einst so ehrgeizige Unternehmen unter Chef Martin Blessing nun massenhaft Randgeschäft aus der Bilanz räumen. In einigen Bereichen sieht die Commerzbank trotzdem besser aus als ihre mächtige Konkurrentin Deutsche Bank.

Bild: dpa

"Die Commerzbank sollte das Geld in sichere Anlagen stecken oder in den Ausbau ihres Kundengeschäfts investieren, statt die Mittel vorzeitig an die EZB zurück zu geben“, sagt Commerzbank-Aufsichtsrat Mark Roach von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Dann könne der geplante Personalabbau wesentlich geringer ausfallen.

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Das angekündigte Sparprogramm, dem bis zu 6000 Stellen bei Deutschlands zweitgrößter Bank zum Opfer fallen dürften, ist nach Ansicht von Roach nicht nötig. Die Rückzahlung der EZB-Hilfen zeigt aus seiner Sicht: „Die Commerzbank ist kein notleidendes Institut, dass unbedingt Mitarbeiter streichen müsste.“

Jobabbau Beschäftigte der Commerzbank unter Druck

Deutschlands zweitgrößte Bank könnte tausende Jobs wegrasieren, die Kunden sollen profitieren. Die Drohkulisse eines massiven Stellenabbaus zwingt die Arbeitnehmer zu mehr Flexibilität.

Jobabbau: Beschäftigte der Commerzbank unter Druck

Rund 500 Jobs sollen bei der ehemaligen Eurohypo wegfallen, das Privatkundengeschäft könnte sogar um bis zu 3400 Stellen schrumpfen. Einen Kahlschlag in den Schalterhallen hält die Gewerkschaft jedoch für kontraproduktiv. „Die Filialmitarbeiter haben eine Trendwende im kriselnden Privatkundenbereich herbeigeführt, das Neugeschäft mit Baufinanzierungen verdoppelt und hohe Beträge an Kundeneinlagen vereinnahmt“, sagt Aufsichtsrat Roach.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.02.2013, 15:09 UhrAnton

    Das kommt doch ganz darauf an, was ich für die Schulden an Zinsen zahlen muß. Die EZB-Gelder gehörten doch wohl eher zur preiswerteren Variante.

  • 01.02.2013, 14:32 Uhrmathias

    Die Frage ist- war:

    - Zahle ich die Schulden zurück

    - oder stimme ich die Aktionäre milde, wie es die DB macht.

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