Fehler bei Tausch von Girokarten: Commerzbank hat Probleme beim Aufräumen

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Fehler bei Tausch von Girokarten: Commerzbank hat Probleme beim Aufräumen

Die Commerzbank hat sich viel vorgenommen: Das schwächelnde Privatkundengeschäft soll verbessert, rund eine Milliarde Euro eingespart werden. Doch schon bei Kleinigkeiten versaut eine IT-Panne die Bemühungen.

Gerade jetzt, wo sich die Commerzbank den Ausbau beziehungsweise die Verbesserung des lahmenden Privatkundengeschäfts auf die Fahnen geschrieben hat, scheitert die zweitgrößte Bank Deutschlands am simplen Umtausch von Girokarten. Mehrere tausend Kunden des Unternehmens hatten neue Girokarten zugesandt bekommen, die aber weiterhin mit der alten Geheimnummer funktionieren sollten. Leider hat eine IT-Panne der Commerzbank dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht: Die neue Karte war auf falsche Geheimnummern programmiert gewesen, die Commerzbank-Kunden standen mit ihren Karten am Geldautomat oder der Supermarktkasse und es tat sich nichts.

Die Bank hat sich mittlerweile schriftlich bei ihren Kunden entschuldigt und versprochen, mehr Geld in die Computersysteme zu investieren. Diese geplante Maßnahme steht im Kontrast zu den sonstigen Sparbemühungen der Bank. So werde beispielsweise die interne "Bad Bank", die zuletzt auf 160 Milliarden Euro angeschwollen ist und fast ein Drittel der Bilanzsumme ausmacht, ihren Bestand an aussortierten Wertpapieren und Krediten in den nächsten Jahren herunterfahren. Bis 2016 solle das Volumen auf bis zu 80 Milliarden Euro sinken. "Notverkäufe wird es nicht geben", erklärte einer der Insider. "Aber wenn bestimmte Kredite schneller und trotzdem wertschonend abgebaut werden können, ist das natürlich ein großer Hebel für die Bank", sagte ein anderer. Denn die Altlasten binden Eigenkapital und sind abschreibungsgefährdet. Ein Abbau würde somit die Kapitalquoten verbessern und das Institut krisenfester machen.

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Privatkundengeschäft ist die Zukunft

Die Abwicklungssparte NCA (None Core Assets) wird deshalb beim Investorentag am 8. November eine prominente Rolle spielen. Die mittelfristigen Ziele für die "Bad Bank", die es in ihrer jetzigen Form erst seit ein paar Wochen gibt, dürften dann erstmals im Detail erläutert werden. Bislang war erwartet worden, dass sich die Zukunftsstrategie der Commerzbank vor allem um das schwächelnde Privatkundengeschäft drehen wird. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

In der "Bad Bank" lagern der Staats- und Immobilienfinanzierer Eurohypo sowie die Schiffsbank, die beide komplett abgewickelt werden. Die Commerzbank hatte sich nach längerem Hin und Her im Sommer zu diesem radikalen Schritt entschlossen, weil die zumeist langlaufenden und großen Kredite in Zeiten strengerer Regulierung viel Eigenkapital verschlingen und zudem schwer refinanzierbar sind. Der Markt für Schiffsfinanzierungen liegt ohnehin am Boden, weil viele Reeder und Werften in Schwierigkeiten stecken. Auch einige ältere toxische Wertpapiere aus der Zeit der Finanzkrise 2007/08 finden sich noch in der Sparte.

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