Finanzaufsicht: BaFin rüffelt Vergütungssystem der Deutschen Bank

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Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin rügt das Vergütungssystem der Deutschen Bank.

von Cornelius Welp

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat das Vergütungssystem der Deutschen Bank gerügt und Deutschlands größtes Finanzinstitut aufgefordert, die gesetzlichen Regelungen einzuhalten.

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat das Vergütungssystem der Deutschen Bank gerügt und Deutschlands größtes Finanzinstitut aufgefordert, die gesetzlichen Regelungen einzuhalten. Wie die WirtschaftsWoche aus Kreisen der Deutschen Bank erfuhr, hat die BaFin kritisiert, dass die Boni der Spitzenmanager zu hoch sind und deshalb vor allem die Investmentbanker weiterhin zu risikoreichen Geschäften animieren. BaFin-Managerin Frauke Menke, Chefin der Abteilung zur Kontrolle von Großbanken, listet dem Vernehmen nach zahlreiche, zum Teil gravierende Mängel bei der Entlohnung auf. Der Aufsichtsrat, so Menkes Forderung, solle dringend seiner Pflicht nachkommen, das Vergütungssystem der Gesetzeslage anzupassen. Die Deutsche Bank wollte die Rüge der BaFin gegenüber der WirtschaftsWoche nicht kommentieren.

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Nach Informationen aus Finanzkreisen sollen auch andere Banken ähnliche Rügen erhalten haben. Die BaFin will am Montag  das Ergebnis ihrer Sonderprüfung der Gehaltsstrukturen bei deutschen Großbanken der Öffentlichkeit vorstellen. In Finanzkreisen ist bereits zu hören, dass das Ergebnis der Prüfung „schlecht“ bis „desolat“ ausgefallen sei. Kaum eine Bank habe den Test ohne Beanstandungen gemeistert.

Bei vielen Banken ist offenbar der Anteil der Boni am Einkommen der Top-Manager viel zu hoch. Per Gesetz ist vorgeschrieben, dass Boni nur die Höhe des Festgehaltes erreichen dürfen und nur in Ausnahmefällen höher liegen dürfen. Diese Ausnahmen müssen allerdings von der Hauptversammlung beschlossen werden.

Auch scheinen es die Banken bei der Bestimmung der sogenannten Risk Taker nicht so genau zu nehmen. Für diese Top-Banker mit „Verantwortung für einen wichtigen Geschäftsbereich“, so die Definition der Bafin, gelten zusätzliche Auflagen bei der Vergütung. Entsprechend zurückhaltend waren die Banken bei der Identifizierung. So sank bei der Deutschen Bank die Zahl der Risk Taker 2012 um rund 150 auf 1215. Das ist gut ein Prozent der Gesamtbelegschaft. Nach einer Auswertung der europäischen Aufsicht EBA sind Hunderte Banker, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen, nicht als Risk Taker eingestuft. Diese Zurückhaltung ist der BaFin ein besonderer Dorn im Auge.

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