Finanzkrise: Der Albtraum mit Europas Banken

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Finanzkrise: Der Albtraum mit Europas Banken

von Mark Fehr

Der Euro erholt sich und Notenbank-Präsident Draghi wirbt für sein Rettungsprogramm. Doch die Krise ist nicht ausgestanden: Sieben Gründe, warum Geldinstitute so gefährdet sind wie Schnecken auf der Autobahn.

Überdimensionierte Banken

Europas Geldinstitute sitzen auf einem so hohen Schuldenberg, dass man sich wundert, warum Politiker und Steuerzahler überhaupt noch ruhigen Schlaf finden. Ebenso schwindelerregend ist die Dimension der Kredite, die die Banken mit dem geliehenen Geld vergeben haben und auf deren Rückzahlung sie warten. Ihre Bilanzen sind daher hoffnungslos mit Risiken überladen. „Die europäischen Geldhäuser sind so groß, dass sie die finanzielle Stabilität ihrer Heimatländer bedrohen“, warnten jüngst die Analysten der britischen Barclays Bank.

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Im krisengeplagten Irland etwa belaufen sich die Schulden des Bankensektors auf das Siebenfache der jährlichen Wirtschaftsleistung der grünen Insel. Die Banken dort müssen also nur einen leichten Schnupfen erwischen, und schon wird der irische Staat mindestens von einer schweren Grippe heimgesucht. Auch in Spanien oder Deutschland ist die Dimension der vom Bankensektor angehäuften Schulden mit dem Dreifachen des Bruttoinlandsprodukts schwindelerregend.

Dabei ist hierzulande jedoch der Anteil der stabilisierenden Kundeneinlagen auf Bankkonten oder Sparbüchern an den gesamten Schulden der Kreditinstitute deutlich höher als in Irland. Das ist gut für die Banken, denn Kontoguthaben werden bei Krisen nicht so schnell abgezogen, weil Haushalte und Unternehmer ihre Bankverbindung für den Zahlungsverkehr brauchen. Für die Sparer heißt das aber, dass sie die Abenteuer so mancher Institute finanzieren. Verzettelt sich ihre Bank auf den Finanzmärkten, müssen sich die Kunden beim Einlagensicherungsfonds in die Schlange stellen.

Schwache Aufpasser

Seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise will Brüssel die Banken strenger kontrollieren, doch ein Rezept dafür hat die EU-Kommission noch nicht gefunden. Neben den nationalen Aufpassern – in Deutschland sind das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie die Bundesbank – sollte ursprünglich die in London angesiedelte Behörde EBA den systemrelevanten Instituten in der EU auf die Finger schauen.

Doch das EBA-Experiment scheiterte. Die Stresstests sahen in der Papierform streng aus, gaben aber grünes Licht für einige Banken, die kurz darauf von den Steuerzahlern ihrer Heimatländer vor dem Zusammenbruch gerettet werden mussten.

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