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Finanzkrise: Der Albtraum mit Europas Banken

von Mark Fehr

Der Euro erholt sich und Notenbank-Präsident Draghi wirbt für sein Rettungsprogramm. Doch die Krise ist nicht ausgestanden: Sieben Gründe, warum Geldinstitute so gefährdet sind wie Schnecken auf der Autobahn.

Europäische Banken – Credit Suisse

Der Schweizer UBS-Wettbewerber Credit Suisse reklamiert die Vorreiterrolle in Sachen Strategie-Anpassungen gerne für sich. Denn auch die Credit Suisse schrumpft kräftig die eigene Bilanz, um sich den neuen Kapitalvorgaben von Basel III anzupassen. Allein in der Anleihesparte innerhalb der Investmentbank hat Credit Suisse das Volumen der risikogewichteten Aktiva innerhalb eines Jahres um 43 Prozent auf 131 Milliarden Dollar gekürzt.

Bild: REUTERS

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Überdimensionierte Banken

Europas Geldinstitute sitzen auf einem so hohen Schuldenberg, dass man sich wundert, warum Politiker und Steuerzahler überhaupt noch ruhigen Schlaf finden. Ebenso schwindelerregend ist die Dimension der Kredite, die die Banken mit dem geliehenen Geld vergeben haben und auf deren Rückzahlung sie warten. Ihre Bilanzen sind daher hoffnungslos mit Risiken überladen. „Die europäischen Geldhäuser sind so groß, dass sie die finanzielle Stabilität ihrer Heimatländer bedrohen“, warnten jüngst die Analysten der britischen Barclays Bank.

Im krisengeplagten Irland etwa belaufen sich die Schulden des Bankensektors auf das Siebenfache der jährlichen Wirtschaftsleistung der grünen Insel. Die Banken dort müssen also nur einen leichten Schnupfen erwischen, und schon wird der irische Staat mindestens von einer schweren Grippe heimgesucht. Auch in Spanien oder Deutschland ist die Dimension der vom Bankensektor angehäuften Schulden mit dem Dreifachen des Bruttoinlandsprodukts schwindelerregend.

Banco Santander (Spanien)

Bilanzsumme: 1293 Milliarden Euro

Marktkapitalisierung: 56 Milliarden Euro

Bild: REUTERS

Dabei ist hierzulande jedoch der Anteil der stabilisierenden Kundeneinlagen auf Bankkonten oder Sparbüchern an den gesamten Schulden der Kreditinstitute deutlich höher als in Irland. Das ist gut für die Banken, denn Kontoguthaben werden bei Krisen nicht so schnell abgezogen, weil Haushalte und Unternehmer ihre Bankverbindung für den Zahlungsverkehr brauchen. Für die Sparer heißt das aber, dass sie die Abenteuer so mancher Institute finanzieren. Verzettelt sich ihre Bank auf den Finanzmärkten, müssen sich die Kunden beim Einlagensicherungsfonds in die Schlange stellen.

Schwache Aufpasser

Seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise will Brüssel die Banken strenger kontrollieren, doch ein Rezept dafür hat die EU-Kommission noch nicht gefunden. Neben den nationalen Aufpassern – in Deutschland sind das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie die Bundesbank – sollte ursprünglich die in London angesiedelte Behörde EBA den systemrelevanten Instituten in der EU auf die Finger schauen.

Doch das EBA-Experiment scheiterte. Die Stresstests sahen in der Papierform streng aus, gaben aber grünes Licht für einige Banken, die kurz darauf von den Steuerzahlern ihrer Heimatländer vor dem Zusammenbruch gerettet werden mussten.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.11.2012, 13:14 Uhrwulff

    Deswegen sofort rein in Gold, Silber und Sachanlagen.
    Aber alles, nur keine Aktien.
    Die kaufen wir wieder nach dem Crash.

  • 09.11.2012, 13:12 Uhrwulff

    Ich halte schon seit langem keine freien Gelder mehr auf meinen Konten. Bis auf einen kleinen Rest, um Ausgaben zu decken.

    Die Einlagensicherung der Banken wird mit den paar Milliarden im Fonds nur ein paar Prozent der Bürger entschädigen können.

    Siehe normale Bankkunden der Lehmann Bank Deutschland, wo der Fonds klammheimlich nur für die Lehmann-Kunden aufgebessert werden mußte.

    Deswegen hatte sich 2008 Kohls Mädchen zusammen mit dem Honorar-Vortragenden Steinbrück hingestellt und eine Staatsgarantie bis
    100 000 € versprochen.

    Man muß sich das einmal vorstellen, der bankrotte Schuldenstaat BRD haftet für die Bürger mit deren eigenen Ersparnissen.

    Zustände wie im Irrenhaus!

  • 31.10.2012, 10:13 UhrSiggi40

    Teil II
    Ohne diese Maßnahmen wird jeglicher Aufschwung bereits im Keim erstickt, da bereits 80% der Steuereinnahmen für Zinsen und Soziales verwendet werden. Bei einem „Weiter wie bisher, vor allem der Missgeburt Euro“ erwartet uns in Europa, aber vor allem in den USA ein jahrzehntelanges Siechtum mit inneren Unruhen und einem Bürgerkrieg.
    Weltweiter Wohlstand für die nächsten paar Hundert Jahre würde allerdings ein zinsfreies Geldsystem mit großer Umlaufgeschwindigkeit bringen. Genau dies hatte in Europa über mehrere hundert Jahre Wohlstand gebracht, bis ... die erste private Zentralbank, die BoE gegründet wurde. Seitdem werden die Völker weltweit von der Finanzbetrugsmafia als Sklaven gehalten. Jetzt haben wir die Chance, uns von der Finanzbetrugsmafia zu lösen, die auch für den Ausbruch der 2 Weltkriege verantwortlich war und nicht vor einem 3. WK zögert. Der Druck der Strasse auf die Politiker, den Lobbyisten der Bankster, muss größer werden, als der Druck der Finanzbetrugsmafia. Notfalls mit Gewalt, allein in Europa mit der Kraft und dem Willen von 500 Millionen Menschen.

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