
Frankfurt/BaselDie Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Aufsichtsbehörden zu den vier Banken, deren Zusammenbruch das weltweite Finanzsystem am stärksten gefährden würde. Das geht aus der aktualisierten Liste der systemrelevanten Banken hervor, die der Finanzstabilitätsrat (FSB) am Donnerstag in Basel veröffentlichte.
Der deutsche Branchenprimus müsste damit von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen, so dass er 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen kommen müsste. In die gleiche Kategorie wie die Deutsche Bank wurden die US-Banken Citigroup und J.P. Morgan Chase sowie die britische HSBC eingestuft - vier Institute, die Investmentbanking und Privatkundengeschäft betreiben.
Insgesamt stuft der FSB noch 28 Banken als global systemrelevant ein, eine weniger als vor einem Jahr. Nicht mehr dazu gehört unter anderem das zweitgrößte deutsche Institut, die Commerzbank, die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat. Auch die in der Abwicklung steckende belgisch-französische Bank Dexia und die britische Lloyds sind nicht mehr dabei. Neu hinzu gekommen sind die spanische BBVA und die britische Standard Chartered. Die Liste wird bis 2014 jährlich aktualisiert, die aktuelle Rangfolge basiert auf Daten von Ende 2011.
Für die seit der Finanzkrise geschrumpfte Commerzbank bedeutet der Verlust des „Too-big-to-fail“-Status zwar einen Prestigeverlust. Sie spielt damit auch offiziell nicht mehr in der Top-Liga der Branche. Zugleich ist das aber eine große Erleichterung. Denn damit dürften künftig weniger strenge Anforderung für sie gelten. Die als systemrelevant eingestuften Banken müssen einen zusätzlichen Kapitalpuffer auf ihre Risikoposition aufbauen. Eigenes Kapital ist teuer und drückt auf die Gewinne.
Die Commerzbank hatte erst zu Jahresbeginn in einem schmerzhaften Prozess ihr Eigenkapital auf Geheiß der europäischen Bankenaufsicht EBA kräftig steigern müssen. Als nicht mehr systemrelevante Bank dürfte nun der Druck zu weiteren Schritten geringer sein. Die Commerzbank will in der kommenden Woche ihre neue Strategie vorlegen, wie sie künftig angesichts niedriger Zinsen und eines radikal eingedampften Geschäfts Geld verdienen will. Erst im Sommer hatte das Institut angekündigt, sich komplett aus der Gewerbeimmobilien- und Schiffsfinanzierung zurückzuziehen. Auch die Staatsfinanzierung wird abgewickelt.
























