FinTechs: Der schwere Weg zum digitalen Banking aus einer Hand

GastbeitragFinTechs: Der schwere Weg zum Digital-Banking aus einer Hand

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Teppich des Fintechs N26.

Deutsche Verbraucher sind angesichts der wachsenden Masse digitaler Finanzdienstleister überfordert. Die Lösung des Problems liegt in einer zentralen Plattform, die alle Angebote vereint.

Er ist digital, aber nicht zu digital, er will direkten Kontakt, aber er möchte nicht belästigt werden, er hasst Filialen, aber er möchte dennoch jederzeit ein persönliches Gespräch führen können: Was will der Bankkunde, dieses komplexe Wesen, diese Mischung aus Digitalfreak und Traditionalist?

Dieser Frage jagen derzeit nicht nur die Finanzinstitute hinterher, sondern auch jede Menge junger, digitaler Start-ups, so genannte FinTechs. Sie bieten viele Zusatzleistungen für den online-affinen Nutzer: von Überweisungen per SMS, über Online-Kredite in Minuten bis hin zum Konto per App.

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Wer das Rennen um den Kunden machen wird, darüber wird derzeit viel spekuliert. Letztendlich ist es für den Verbraucher selbst nebensächlich, ob er seinen Finanz-Service von einem hundertjährigen Traditionsunternehmen bezieht oder von einem FinTech mit einem 20-köpfigen Team. Nicht nebensächlich ist für ihn jedoch die Art des Services, sprich: Der Kunde will das beste Produkt für seine Finanzen, von einem Anbieter, dem er vertraut - und zwar aus einer Hand. Denn die Nutzung von verschiedenen Anbietern ist immer noch unbefriedigend.

Zur Person

  • Carolin Gabor

    Carolin Gabor ist Managing Director bei FinLeap, einem Firmenentwickler für FinTechs. Zuvor war sie CEO der Internetplattformen toptarif und autohaus24.de, sowie zehn Jahre lang in der Beratung bei der Boston Consulting Group tätig.

Hat man mehrere Konten und Depots bei klassischen Banken, füllen die Aktenordner mit den mehr oder weniger wichtigen Unterlagen schnell mal einen ganzen Schrank – abgesehen von der Zeit, die es in den Filialen kostet, sich für diese Services anzumelden. Ist man hingegen passionierter FinTech-Nutzer, spart man zwar Zeit und Papier, allerdings ist das ständige Wechseln zwischen mehr als zehn Apps und Webseiten auch nicht spaßig – mit den jeweiligen Passwörtern, Updates und Benutzeroberflächen, die man sich merken und verstehen muss.

Ein Kanal für alle Dienste


Die Lösung, zu der sich der Finanzmarkt derzeit stark hin entwickelt, ist die einer digitalen Plattform, über welche die unterschiedlichsten Produkte gleichwertig angeboten werden. Der Kunde muss nur noch über einen einzigen Kanal die Services auswählen, die er wirklich nutzen will, bequem und einfach. Die Entstehung solcher Plattformen dient nicht nur der Kundenfreundlichkeit, sondern ist auch ein Signal für das Ende der Grabenkämpfe zwischen Banken und FinTechs, fast wie eine digitale “weiße Fahne”.

Zukunft der Banken Banken sind Oldtimer. Was für ein Klischee!

Commerzbank-Vorstand Michael Mandel und Valentin Stalf, Gründer des Fintechs N26, streiten über digitale Kunden und das Ende der Filialen.

Streitgespräch: Zukunft der Banken. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche


Betrachten wir die Entwicklung der letzten zehn, fünfzehn Jahre genauer, war nicht immer alles harmonisch zwischen den Alteingesessenen und den “jungen Wilden”. Kaum dass die ersten Betaphasen erfolgreich beendet waren, verkündeten die Fintechs damals selbstbewusst das Ende der Banken. “Disruption” war das Schlagwort, mit dem auf Podiumsdiskussionen und in Blogs um sich geworfen wurde. Es hätte dem Tonfall nach auch “Götterdämmerung” heißen können. Die Banken ihrerseits reagierten mit der Herablassung von Dinosauriern, die schon so manche Evolution erlebt hatten. Internet, Apps, Online – ein Trend, der vorübergeht, der sich nicht halten würde.

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