Fondsprodukte: Wie Anleger jetzt bei der Postbank fahren

Fondsprodukte: Wie Anleger jetzt bei der Postbank fahren

von Mark Fehr und Heike Schwerdtfeger

Die Deutsche Bank drückt bei der Integration der Postbank aufs Tempo. Jetzt wird klar, was das für die 14 Millionen Privatkunden bedeutet.

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Mitarbeiter der Postbank demonstrieren gegen Pläne zur Auslagerung von Bereichen der Bank. Im Rahmen der Integration in den Konzern der Deutschen Bank sollen Bereiche der Postbank zu wesentlich schlechteren Bedingungen ausgegliedert werden.

Es ist ein Zusammenprall zweier Welten: Die Unterschiede zwischen den Unternehmenskulturen der international orientierten Deutschen Bank sowie der biederen Postbank sind gravierend. Trotzdem will Deutschlands größtes Kreditinstitut im Februar seinen Anteil an der 2010 übernommenen Postbank auf 90 Prozent aufstocken und die verschlafenen Filialen zu einem „Powerhouse“ umkrempeln. Das ist eine Mammutaufgabe, schließlich betreut die Postbank mit 14 Millionen privaten Sparern, Anlegern und Kreditnehmern den größten Kundenstamm von allen Geldhäusern in Deutschland.

Die Deutsche Bank verfolgt mit dem ehrgeizigen Integrationsprojekt das Ziel, Unabhängigkeit vom volatilen Investmentbanking zu gewinnen. Bisher lag der Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit darauf, welche Folgen die Pläne für die Mitarbeiter der Postbank haben. Per Warnstreik tat die Filialbelegschaft kund, was sie von der Strategie ihres neuen Mutterunternehmens hält: Nichts. Viele Postbank-Mitarbeiter fühlen sich von den Managern der Deutschen Bank unsanft aus der Hängematte geschubst, wie die WirtschaftsWoche im Dezember 2011 berichtete.

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Reduziertes Programm für Geldanlagen

Doch auch die zahlreichen Postbankkunden müssen sich auf deutliche Veränderungen einstellen. Die Deutsche Bank will zahlreiche Angebote für Geldanlagen aus dem Programm der Postbank räumen, wie die Financial Times Deutschland erfuhr.

Die Deutsche Bank kommentiert das nicht. Kundenbetreuer der Postbank sollen laut Medienbericht künftig nur noch konzerneigene Investmentfonds verkaufen dürfen – Anlageangebote von externen Anbietern wären dadurch ausgegrenzt.

Davon würde die Deutsche-Bank-Tochter DWS profitieren, die ihre Fondsprodukte exklusiv über das dichte Filialnetz der Postbank verkaufen könnte. Für die Kunden wäre das schlecht, denn ihre Auswahlmöglichkeiten werden eingeschränkt, während längst nicht alle DWS-Produkte finanziellen Erfolg versprechen.

Der deutsche Fonds-Branchenprimus DWS, ist inzwischen nur noch beim verwalteten Fondsvolumen für Privatanleger mit 130 Milliarden Euro Spitze. Galten die von DWS-Managern mit Aktien und Anleihen bestückten Fonds im Marktvergleich zur Konkurrenz noch vor Jahren als Erfolgsprodukte, sind sie vielfach inzwischen nur noch Mittelmaß. In einem Qualitätsvergleich unter 241 Fondshäusern durch die Bad Homburger Feri Euro Rating ist die DWS abgerutscht auf Rang 16, nachdem sie vor Jahren auf einen Spitzenplatz abonniert war.

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