Französische Bank: Griechenland belastet Credit Agricole

Französische Bank: Griechenland belastet Credit Agricole

, aktualisiert 10. November 2011, 09:16 Uhr
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Der Gewinn der drittgrößten französischen Bank Credit Agricole ist im dritten Quartal wegen neuerlicher Griechenland-Abschreibungen eingebrochen.

Quelle:Handelsblatt Online

Abschreibungen in Griechenland haben das Ergebnis von Crédit Agricole belastet. Frankreichs drittgrößte Bank verdiente noch 258 Millionen Euro, nachdem sie 637 Millionen Euro in Griechenland abgeschrieben hatte.

ParisDie Schuldenkrise in Griechenland hat Frankreichs drittgrößter börsennotierter Bank Credit Agricole einen deutlichen Gewinneinbruch beschert. Der Nettogewinn im dritten Quartal sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unter anderem wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen um 65 Prozent auf 258 Millionen Euro gefallen, teilte die Bank am Donnerstag mit. Er lag damit deutlich unter den Analystenerwartungen, die im Schnitt mit 605 Millionen Euro gerechnet hatten.

Die Wertberichtigungen in Griechenland hätten der Bank Belastungen von 637 Millionen Euro eingebrockt, hieß es weiter. Credit Agricole nahm in diesem Zusammenhang von rund 60 Prozent vor. Dies entspricht der Größenordnung, die auch die französischen Rivalen Societe Generale und BNP Paribas vorgenommen haben. Auch Verluste der griechischen Tochter Emporiki schlugen negativ zu Buche, wie Credit Agricole erklärte. Die Einnahmen im abgelaufenen Quartal stieg um 6,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 4,96 Milliarden Euro erwartet.

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Die Schuldenkrise Griechenlands hat am Dienstag auch Frankreichs zweitgrößter Bank, der Société Générale, einen überraschend starken Gewinneinbruch eingebrockt. Im vergangenen Quartal rutschte der Gewinn unter anderem wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen um mehr als 30 Prozent auf 622 Millionen Euro ab, wie das Geldhaus am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 858 Millionen erwartet.

Die Société Générale (SocGen) hat sich ein Beispiel an BNP Paribas genommen und griechische Staatsanleihen wie der Branchenführer in der vergangenen Woche auf 40 Prozent des  Nominalwerts abgeschrieben. Für das dritte Quartal bedeutete das konkret Abschreibungen in Höhe von 239 Millionen Euro. Insgesamt beziffert die Bank ihr Risiko in den besonders von der Schuldenkrise bedrohten Ländern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien Ende Oktober auf 3,4 Milliarden Euro.


Den anderen Banken geht es kaum anders

Bereits in der vergangenen Woche hatte die BNP Paribas ihre Zahlen vorgelegt: Der Gewinn von Frankreichs größter Bank ist im dritten Quartal wegen hoher Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen eingebrochen. Der Überschuss fiel um knapp 72 Prozent auf 541 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit fast einer Milliarde Euro gerechnet. Nach eigenen Angaben verkaufte BNP im abgelaufenen Quartal Staatsanleihen von Eurozonen-Staaten in Milliardenhöhe und verbuchte eine Abschreibung von zwei Milliarden Euro auf griechische Bonds.

Viele Investoren sind misstrauisch, weil die französischen Institute stärker als andere europäische Banken Bilanzierungsspielräume nutzten, um ihre Griechenland-Anleihen möglichst wenig abzuschreiben. Sie werfen ihnen ungenügende Informationen und mangelnde Transparenz vor. Doch um weitere Abschreibungen werden die Institute nach dem Schuldenschnitt für Griechenland nicht herum kommen.

BNP Paribas hat auf sämtliche griechischen Staatsanleihen Abschreibungen in Höhe von 60 Prozent vorgenommen. Sie stehen jetzt noch mit 1,6 Milliarden Euro in den Büchern. Ende Juni waren es noch vier Milliarden Euro gewesen. Ohne diese Maßnahme wäre der Überschuss im Vergleich zum dritten Quartal 2010 um 2,4 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro gestiegen, wie der Chef des Geldhauses, Baudouin Prot, sagte. Er betonte: „Eine Pleite Griechenlands wäre für BNP handhabbar.“ Auf dem Spiel stünden in diesem Fall vor allem die Staatsanleihen, hinsichtlich Kreditvergabe sei das Institut in dem Land wenig engagiert.

Frisches Geld wird auch nötig sein, nachdem die französische Zentralbank den Kapitalbedarf der vier größten nationalen Banken, die einen Anteil von 80 Prozent an der gesamten Branche haben, nach den Beschlüssen des Euro-Krisengipfels beziffert hat: 2,1 Milliarden Euro bei BNP, 3,3 Milliarden Euro bei SocGen und 3,4 Milliarden bei den Banques Populaires Caisses d’Epargne. CA kommt demnach ohne frisches Kapital aus, wird aber im Gegensatz zu den beiden Branchenführern von den Citigroup-Analysten wegen der stärkeren Abhängigkeit vom Südeuropageschäft nur auf „neutral“ eingestuft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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