Gebühren fürs Girokonto: Banken wollen kostenlose Konten abschaffen

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Gebühren fürs Girokonto: Banken wollen kostenlose Konten abschaffen

An Girokonten, Überweisungen oder Geldautomaten verdienen Banken nichts. Das soll nun anders werden. Laut einer Studie wollen sie die kostenlosen Konten einstampfen. Dabei gibt es sie ohnehin kaum noch.

Alle werben damit, kaum einer hat es: das kostenlose Konto. Gerade die großen Institute, die offensiv mit kostenlosen Konten werben, bieten keine an - es ist einfach zu teuer. Bei vielen Instituten fallen Kontoführungsgebühren an, solange nicht monatlich ein gewisser Betrag auf dem Konto eingeht. Ober aber das Konto an sich ist gratis, dafür kosten EC- oder Kreditkarte extra. Wirklich kostenlose Konten haben nur comdirect, die DAB Bank, Norisbank, ING DiBa, Deutsche Kreditbank (DKB), die Wüstenrot Bank sowie die Netbank, wobei bei letzterer die Kreditkarte 20 Euro kostet.

Tool Girokontenvergleich

Beim Schnellvergleich werden Musterkunden verwendet. Bei der eigentlichen Auswertung erfolgt die Berechnung nach der persönlichen Gepflogenheit der Kontonutzung - mit Geldautomatennutzung und Geldeingang.

Girokonto-Vergleich

Dazu passt die Aussage von Oliver Mihm von der Frankfurter Unternehmensberatung Marketing Investors. "Nur jedes dritte Institut sieht sich für die Herausforderungen im Privatkundengeschäft gewappnet. Am zuversichtlichsten sind mit rund 80 Prozent die Direktbanken", sagte er gegenüber dem Handelsblatt.

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Dazu will die EU-Kommission Europas Banken verpflichten

  • Konto für jeden EU-Bürger

    Die EU-Kommission will die Banken in der EU zu mehr Service und Transparenz gegenüber den Kunden verpflichten. Außerdem soll jeder EU-Bürger das Recht bekommen, ein Girokonto zu eröffnen.

  • Warum braucht es ein Grundrecht auf ein Konto?

    Der EU-Kommission zufolge leben etwa 30 Millionen EU-Bürger über 18 Jahren ohne Konto - Osteuropa ist besonders betroffen. Allein in Bulgarien und Rumänien hat jeder zweite keinen Zugang zu Bankdienstleistungen - und damit keinen Zugang zum normalen Alltagsleben. In Deutschland geht die Zahl der Menschen ohne Konto nach verschiedenen Schätzungen in die Hunderttausende. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt, dass den Betroffenen "enorme Mehrkosten" aufgebürdet würden, weil jede Einzahlung Geld koste. Zudem könnten Menschen ohne Konto Geld nur bar empfangen und keine Käufe im Internet tätigen.

  • Warum greift die Kommission ein?

    Die EU-Kommission hat ihre Hoffnungen auf eine Selbstregulierung der Bankenbranche begraben. Eine unverbindliche Empfehlung der Kommission aus dem Jahr 2011 zur Einrichtung eines Basiskontos für alle habe kaum Fortschritte gebracht.

  • Wie soll das EU-Basiskonto aussehen?

    Das angestrebte Konto für alle soll ein Guthabenkonto sein, dass nicht überzogen werden kann. Die Banken müssen dann jeden Kunden akzeptieren - unabhängig von dessen Schulden oder Einkommen.

  • Wem will die EU-Kommission helfen?

    Von den Plänen profitiert praktisch jeder, der ein Girokonto hat oder aber gerne eines hätte. Wer bereits ein Konto besitzt, kann sich künftig über vergleichbare und transparentere Kontogebühren sowie einen vereinfachten Wechsel von Bank zu Bank freuen.

  • Was soll sich bei den Kontogebühren ändern?

    Alle Banken sollen künftig ihre Kunden über die angefallenen Gebühren der vergangenen zwölf Monate informieren. Dazu gehören neben Kontoführungsgebühren auch Überziehungszinsen oder die Portokosten für die Nachsendung von Kontoauszügen. Unabhängigen Online-Vergleichsportale sollen es leichter machen, die Angebote der Geldhäuser zu vergleichen.

  • Was soll sich beim Wechsel der Bank ändern?

    Wechselwillige Kontoinhaber sollen in Zukunft nur noch den Vertrag unterschreiben müssen. Die Banken sollen dann binnen zwei Wochen das Guthaben auf das neue Konto überweisen, Daueraufträge übermitteln und das alte Konto auflösen. Bei der Kontoeröffnung im EU-Ausland soll das genauso möglich sein, die Banken sollen dann aber vier Wochen Zeit bekommen, das organisatorische zu klären.

Investors Marketing hat eine Umfrage bei Sparkassen und Banken gemacht, wonach 46 Prozent der Privatbanken mit dem Verschwinden der kostenlosen Konten rechnen. Grund dafür seien die schwindenden Gewinne im Privatkundengeschäft wegen des niedrigen Zinses. Bereits 2012 haben einige Kredithäuser die Kontogebühren wieder eingeführt.

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Bei den meisten Geldhäusern, die diesen Schritt bereits vollzogen haben, fallen fünf bis acht Euro Gebühr pro Monat an. Wer von seiner Bank neue Kontoführungsgebühren vor die Nase gesetzt bekommt, kann sich dagegen kaum wehren: Die Vertragsänderung muss spätestens zwei Monate, bevor sie wirksam werden soll, mitgeteilt und korrekt in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Girovertrag aufgenommen werden. Damit ist die Bank rechtlich aus dem Schneider und kann die neuen Gebühren abbuchen. Da hilft dann nur, zu einem der wenigen Anbieter mit kostenlosem Konto zu wechseln.

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