Geldanlage: Privatbank Metzler: Deutsche überschätzen Aktien-Risiken

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Von Metzler (rechts), 69, ist seit 1971 persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank, die sein Vorfahre Benjamin 1674 gründete. Müller, 51, leitet das Geschäft mit vermögenden Kunden. Er soll die Bank in die nächste Generation führen

von Cornelius Welp

Die Gesellschafter der Privatbank Metzler glauben an den Euro und unterbewertete Aktien und begrüßen die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken.

WirtschaftsWoche: Herr von Metzler, Herr Müller, die Euro-Krise ist nicht ausgestanden, Anleger fürchten um ihr Vermögen. Was rät eine Bank Kunden in dieser Situation?

Metzler: Wir können nicht immer wissen, wann und wo Krisen auftreten, aber wir wissen, dass es sie gibt. Anleger müssen handlungsfähig bleiben. Liquidität ist ein hohes Gut und keine Selbstverständlichkeit. Risikolose Anlagen sind eine Illusion. Europäische Staatsanleihen galten bis vor Kurzem als absolut sicher. Dabei konnten Anleger immer wieder mit Staatspapieren ihr Vermögen verlieren.

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Müller: Um Vermögen über Generationen zu erhalten, müssen Anleger vor allem auf Inflation und Deflation achten. Derzeit sind beide Gefahren real. Kreditverknappung kann zur Deflation führen, die stetig erhöhte Geldmenge zur Inflation. Um auf Letztere vorbereitet zu sein, sollten sie stärker in Sachvermögen wie Aktien investieren, die aktuell aus unserer Sicht unterbewertet sind. In einem deflationären Umfeld brauchen sie aber auch Anleihen, auch wenn hier die Realrendite für beste Qualität wie deutsche Staatspapiere negativ ist.

Raten Sie zu Verlusten?

Metzler: Nein, aber sie sollten für etwas mehr Rendite keine Bonitätsrisiken in Kauf nehmen. Die Preise für Risiken spiegeln das tatsächliche Risiko nicht wider.

Sehen Sie Preisblasen?

Müller: Die erkennt man im Zweifel hinterher. Die Bewertungen einiger Staatsanleihen sind hoch und spiegeln die Flucht in vermeintlich sichere Häfen wider. In einigen Lagen sind die Immobilienpreise ambitioniert, auch wenn wir keine allgemeine Preisblase sehen.

Metzler: Deutsche unterschätzen die Risiken von Immobilien und überschätzen die von Aktien.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 1000 Milliarden in die Märkte geflutet, doch die Krise flammt wieder auf. Sind die Probleme lösbar?

Müller: Die überbordende Verschuldung, die wir über Jahre aufgebaut haben, können wir nur über Jahre abtragen. Ich bin optimistisch, dass die Probleme erkannt sind und angegangen werden.

Metzler: Das schnelle und entschlossene Handeln der EZB war hervorragend und notwendig, um eine weltweite Krise zu vermeiden. Dadurch haben wir Zeit für strukturelle Reformen gewonnen.

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