Geldautomaten: Das umkämpfte Geschäft mit dem Geldabheben

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Geldautomaten: Das umkämpfte Geschäft mit dem Geldabheben

von Mark Fehr

Beim skurrilen Automatenstreit zwischen Direktbanken und Sparkassen geraten die Bankkunden zwischen die Fronten. Was tun?

Zahlungsverkehr und Bargeldservice gelten normalerweise als enorm langweilige Themen. Doch regelmäßig zur Urlaubszeit stellen Bankkunden fest, wie undurchschaubar die Geschäftsbedingungen der Finanzinstitute sind - selbst wenn es um eine scheinbar so triviale und alltägliche Dienstleistung geht wie das Geldabheben.

Ein Beispiel: Die Direktbank INGDiba bietet ihren Kunden kostenlosen Bargeldservice nicht nur an den 1300 eigenen Automaten, sondern verspricht vollmundig auch das Geldabheben an 58.000 fremden Geldautomaten mit der Visa-Kreditkarte. Dumm nur, dass nicht alle Geldautomaten Visakarten akzeptieren.

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Vor allem ländliche Sparkassen und Volksbanken sind hier defensiv. Zum Ärgernis der INGDiba, die ihr Versprechen flächendeckend kostenloser Bargeldversorgung daher nicht überall einlösen kann. Mit Lästerei über die Sparkassen hat INGDiba-Deutschlandchef Roland Boekhout die Debatte angeheizt.

Der skurrile Streit zeigt, wie umkämpft das Geschäft mit Zahlungsdiensten und Kreditkarten entgegen dem Klischee eines langweiligen Marktes tatsächlich ist. Dem brisanten, aber oft vernachlässigten Thema widmet sich passend dazu die WirtschaftsWoche-Konferenz „Zukunft der Zahlungsmittel“ in Mainz. Dort diskutieren 80 Entscheider aus Banken, Handel und Finanzaufsicht auch über die Themen Sicherheit bei der Geldversorgung und mobiles Bezahlen.

Gebühren Wo die teuersten deutschen Bankautomaten stehen

Mit hohen Gebühren muss leider jeder rechnen, der bei einer fremden Bank Bargeld abheben möchte. Insbesondere Volks-und Raiffeisenbanken langen kräftig zu, wie ein deutschlandweiter Vergleich zeigt.

huGO-BildID: 24025650 ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Tastenfeld und der Kartenschacht eines Geldautomaten, aufgenommen am 04.05.2011 in Wuppertal (Aufnahme mit Zoomeffekt). Zahlreiche Kunden eines Einkaufsmarktes in Göttingen sind Opfer einer sogenannten Skimming-Bande geworden. Bei der Polizei liegen 60 Strafanzeigen vor, sagte eine Sprecherin am Dienstag (08.11.2011). Foto: Marius Becker dpa/lni (zu lni 0843 vom 08.11.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Beim traditionellen Geldabheben gehen Bankkunden normalerweise nicht fremd. Das heißt, sie versorgen sich ohnehin nur an Automaten ihres eigenen Instituts mit Barem oder an solchen Geräten, die zu Banken eines großen Netzwerkes wie der Cash Group gehören. Diese ermöglichen ihren Kunden untereinander kostenlosen Automatenservice. Anders wird das in der Urlaubszeit, wenn Sparer unterwegs in Deutschland oder im Ausland bei fremden Häusern abheben wollen.

Die INGDiba wirft daher insbesondere den Sparkassen unlauteres Verhalten vor, weil diese stellenweise keine Kreditkarten akzeptieren. Das zwinge Direktbankkunden dazu, am Sparkassenautomaten die Girokarte zu zücken, wodurch hohe Gebühren fällig werden.

Skurriles Verhalten

Es wirkt skurril, wenn ausgerechnet ein Konkurrent der Sparkassen ein solches Verhalten kritisiert. Wer die Automaten aufstellt und die Kosten trägt, kann auch über die Konditionen entscheiden. Wenn Filialbanken die kostenlosen Girokonten von Wettbewerbern nicht mit ihrer teuren Infrastruktur subventionieren wollen, ist es nur konsequent, die Kunden von Direktbanken mit ihren Visakarten auszuschließen.

Ob sich die Sparkassen mit diesem Kampf schaden, müssen sie selbst entscheiden. „Ein Kunde, der einmal am Automaten abblitzt, wird nie wieder positiv über die Sparkassen denken“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. Mit dem Boykott schadeten die Sparkassen eher sich selbst als den Direktbanken, während die Nachteile für die Kunden überschaubar seien.

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