Geldwäscherei und Steuerbetrug: UBS droht Rekordstrafe

Geldwäscherei und Steuerbetrug: UBS droht Rekordstrafe

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UBS droht in Frankreich Strafe von 4,88 Milliarden Euro.

Die französischen Behörden ermitteln gegen die UBS. Der Vorwurf: Geldwäscherei und Steuerbetrug. Laut Medienbericht könnte eine Strafe von 4,88 Milliarden Euro auf die Schweizer Großbank zukommen.

Die Schweizer Großbank UBS muss im Steuerstreit mit Frankreich womöglich eine Geldstrafe in Milliardenhöhe zahlen. Die ermittelnden Beamten hätten eine Buße von 4,88 Milliarden Euro (sechs Milliarden Franken) vorgeschlagen, sollte UBS wegen schwerem Steuerbetrug und Geldwäsche schuldig gesprochen werden, wie Reuters am Freitag von einer Quelle in Justizkreisen erfuhr. Die Westschweizer Zeitung "Le Temps" hatte in ihrer Freitagausgabe von einem internen Gerichtsdokument berichtet, wonach die Bank zu einer Buße von bis zu fünf Milliarden Euro verurteilt werden könnte.
Der Vorschlag für die Strafzahlung sei dem Untersuchungsrichter unterbreitet worden, der über die Eröffnung eines Verfahrens gegen die UBS entscheiden werde, hieß es. Die Ermittlungsbeamten stützen sich dabei auf eine Schätzung, wonach die betroffene Abteilung UBS France International 12,2 Milliarden Euro Vermögen verwaltete und 80 Prozent davon einen betrügerischen Hintergrund hätten. Ein Vertreter der Pariser Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab.
UBS erklärte, die Grundlagen für jede Art von Berechnung in diesem Fall seien völlig konstruiert und spekulativ. "Wir können nicht verhindern, dass vertrauliche Dokumente publik gemacht und willkürlich interpretiert werden". Es gebe eine formelle Untersuchung, ein Prozess sei aber noch nicht eröffnet worden. UBS werde sich weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln zur Wehr setzen.
Das Dokument, das von zwei Ermittlungsrichtern verfasst wurde, datiert vom 23. Juli. Am selben Tag verfügte ein Gericht in Paris, dass UBS in dieser Sache eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müsse. Nachdem die Bank mit einem Einspruch gegen diesen Beschluss in der nächsten Instanz scheiterte, zahlte sie dann Ende September. Die Bank will aber weitere Rechtsmittel ergreifen und den Fall auch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen. Es handle sich um ein hochpolitisiertes Verfahren, erklärte UBS Ende September.


UBS steht seit einiger Zeit im Visier der französischen Justiz. Die Behörden werfen der größten Schweizer Bank vor, von 2004 bis 2012 reichen Franzosen geholfen zu haben, Geld vor dem Fiskus zu verstecken. In einem ähnlichen Streit mit deutschen Steuerbehörden, in dem es um Beihilfe zu Steuerhinterziehung ging, zahlten die Schweizer diesen Sommer 300 Millionen Euro. In Frankreich sollte die Strafe nicht höher ausfallen, zumal der deutsche Markt für UBS viel größer sei als der französische, erklärte ein Analyst von MainFirst.
Der Streit mit den Franzosen ist nicht die einzige Baustelle der Schweizer. Im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen rechnet die Bank nach eigenen Angaben mit einer saftigen Geldstrafe.
Die UBS-Aktie verlor am Freitag an einer leicht schwächeren Börse in Zürich mehr als ein Prozent.

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