Georg Fahrenschon: So tickt der neue Chef des Sparkassenverbands

Georg Fahrenschon: So tickt der neue Chef des Sparkassenverbands

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Der künftige DSGV-Chef Georg Fahrenschon

von Cornelius Welp

Ex-Minister Georg Fahrenschon ist der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Er soll die Regulierung im Sinne der Institute beeinflussen.

Der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) ist öffentlich wenig bekannt, als Interessenvertreter in Berlin aber enorm einflussreich und mit einem Jahresgehalt von angeblich einer Million Euro auch gut bezahlt. Mit der Amtsübergabe von Heinrich Haasis, 67, an den früheren bayrischen Finanzminister Georg Fahrenschon, 44, findet ein Generationswechsel statt.

Haasis stand seit 2006 an der Spitze der Organisation, seit 2007 waren die Finanzkrise und ihre Folgen für ihn das beherrschende Thema. Dabei profitierten die Institute von Mittelzuflüssen und gewannen Marktanteile bei der Kreditvergabe an Unternehmen. Zugleich gerieten sie aber durch ihre Beteiligung an schwer getroffenen Landesbanken selbst unter Druck. Mit Letzteren kennt sich Fahrenschon aus. Der Volkswirt arbeitete selbst als Risikomanager bei der BayernLB, als Finanzminister in München musste er von 2008 an den Skandal um die Milliardenverluste des Münchner Instituts beim Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria aufarbeiten. Als Sparkassenpräsident muss er die unterschiedlichen Interessen von 426 Instituten, die in zwölf Regionalverbänden organisiert sind, unter einen Hut bekommen. Da ist höhere Diplomatie gefragt.

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Ziele und Visionen

Seinen politischen Einfluss soll der DSGV-Chef vor allem bei der Dauerdebatte um die richtige Regulierung einsetzen. Für Sparkassen besonders wichtig ist die sogenannte Nullgewichtung von Forderungen innerhalb ihres Verbundes. Bisher müssen sie Forderungen an Landesbanken und andere Sparkassen nicht mit Eigenkapital unterlegen. Zudem beschränken neue Liquiditätsregeln das Geschäftsmodell. Bisher konnten Institute langlaufende Kredite auch mit kurzfristigen Einlagen finanzieren, nach dem aktuellen Regelungsentwurf soll das nur noch eingeschränkt gehen. Zudem hat sich Fahrenschon vorgenommen, die Internet-Aktivitäten der Sparkassen zu forcieren. Denn sie haben Kunden vor allem an Online-Banken verloren.

Vorbilder

Als Kind, so verriet Fahrenschon einmal, wollte er Kapitän des „Raumschiffs Enterprise“ werden. Auf der Kommandobrücke der Sparkassen wird er, schon weil er einer anderen Generation angehört, eigene Akzente setzen, dabei aber durchaus in der Tradition von Amtsvorgänger Haasis agieren. Nicht umsonst war er dessen eindeutiger Wunschkandidat als Nachfolger. Auch der oft unterschätzte Haasis war mehr geduldiger Diplomat als forscher Festzeltredner und zog am liebsten in Gesprächskreisen mit Finanzpolitikern die Fäden im Hintergrund.

In der CSU orientierte sich Fahrenschon am lange amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie am früheren Finanzminister Theo Waigel. Diesen hatte Fahrenschon als Bundesvorstand der Jungen Union einst durchaus kräftig kritisiert, später lobten sich beide aber wiederholt öffentlich. Die Lebensweisheit „Nimm dich nicht so wichtig, Giovanni“ verdankt der gläubige Katholik dem populären Papst Johannes XXIII.

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