Geringe Zinsspanne: Sparda-Banken unter Druck

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Geringe Zinsspanne: Sparda-Banken unter Druck

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Die genossenschaftlichen Banken gewinnen durch die Dauerkrise zunehmend an Kunden, doch Ihnen fehlt das Geschäft mit Firmenkunden

von Mark Fehr

Regulierung und Niedrigzins treffen die skurrilsten Vertreter genossenschaftlicher Banken - die Sparda-Banken - besonders hart.

Girokonten, Tages- und Festgeld, Sparverträge, Baukredite – fertig ist die Bank. Manche der zwölf Sparda-Banken mit ihren 446 Filialen haben auch Wertpapiere oder Fonds im Angebot, doch im Wesentlichen ist die Produktpalette bewusst spartanisch. Manche Filialen verzichten sogar auf Teppiche. Über Finanztöchter haben einige Sparda-Banken in Einzelfällen Kunden riskante geschlossene Immobilienfonds angedreht. Da Sparda-Produkte aber größtenteils transparent und sicher sind, treibt ihnen die Angst vor der Euro-Schuldenkrise scharenweise Kunden zu: Die Zahl der Mitglieder, die einen Anteil von mindestens 52 Euro zeichnen, wird 2013 voraussichtlich um 100.000 auf 3,5 Millionen steigen. „Genossenschaftliche Banken erleben wegen der Dauerkrise in ganz Europa einen Aufschwung“, sagt Sparda-Verbandschef Joachim Wuermeling.

Aber ausgerechnet sie geraten jetzt besonders unter Druck. Denn genug verdienen können sie nur, wenn die Zinsen für Baukredite deutlich über den Einlagenzinsen liegen. Die Spanne zwischen Kurz- und Langfristzins ist wegen der Liquiditätsflut der EZB jedoch deutlich geschrumpft. Berücksichtigt man Kosten für Filialen und Personal, zahlen die Sparda-Banken für die bei ihnen deponierten Einlagen mitunter mehr, als sie mit Krediten verdienen können. Ihnen fehlt das Geschäft mit Firmenkunden zum Ausgleich. „Und billigeres Geld bei der Zentralbank zu borgen, ist für uns kein Ausweg“, sagt Ober-Spartaner Wuermeling, „wir wollen unsere Kunden ja nicht wegschicken.“

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Auch die Regulierung benachteiligt das fokussierte Geschäftsmodell der Sparda-Banken. Höhere Kapitalanforderungen für Kreditinstitute, die Fristentransformation betreiben, also etwa einen Teil der Tagesgelder als langfristige Kredite vergeben, treffen die Sparda-Banken besonders. Bis zu 80 Prozent der Bilanzsumme mancher Häuser bestehen aus privaten Baukrediten, die Finanzierung läuft fast nur über Kundeneinlagen. „Wir besitzen keinen Zugang zum Kapitalmarkt und haben ihn bisher auch nie gebraucht“, sagt Wuermeling. Reagieren wollen die tapferen Spartaner, indem sie sich stärker in den Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken integrieren. So könnten sie etwa zentrale Rechenzentren für die Datenverarbeitung nutzen, um Kosten zu sparen.

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