Geschäftsmodelle gesucht : Banken bleiben im Stress

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Geschäftsmodelle gesucht : Banken bleiben im Stress

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Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret: „Stillstand können sich deutsche Banken nicht leisten."

Die Bankenbranche steckt im Umbruch. Niedrigzinsen und wachsende Konkurrenz durch das Internet setzen den Finanzhäusern zu. Stillstand können sich die Institute nicht leisten, mahnt die Bundesbank.

Keine Entwarnung für die deutschen Banken: Den harten Gesundheitscheck der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sie zwar locker bestanden, doch jetzt gilt die Hauptsorge wieder dem laufenden Geschäft. Deutschlands wichtigster Bankenaufseher Raimund Röseler vermisst angesichts der niedrigen Zinsen bei „etlichen Banken“ ein überzeugendes Geschäftsmodell. Die Risiken aus Schiffs- und Gewerbeimmobilienkrediten oder Gerichtsprozessen seien dagegen beherrschbar, sagte der Exekutivdirektor der Finanzaufsicht Bafin kürzlich der „Wirtschafts-Woche“.

Zu den niedrigen Zinsen kommen der harte Wettbewerb in Deutschland und die immer strengeren Regeln für Banken hinzu. Zudem werden die Institute zunehmend von jungen Firmen mit Geschäftsideen rund um das Internet angegriffen. Das drückt auf die Ertragskraft.

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„Stillstand können sich deutsche Banken nicht leisten“, sagt Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Im ersten Halbjahr 2014 lagen die Einnahmen von elf international tätigen deutschen Banken nach seinen Berechnungen rund acht Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus. Grund ist vor allem das sinkende Zinsergebnis. Und die Entwicklung dürfte sich noch beschleunigen, da langfristige noch höher verzinste Kreditverträge auslaufen.

Das sieht auch der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, so. „Die Ertragsstärke der Banken in Europa ist absolut nicht hinreichend.“ Er warnt davor, dass sie im globalen Wettbewerb zurückfallen. Deshalb drängt Fitschen auf eine Bereinigung. Es werde künftig weniger Banken geben, die sich aber stärker in ihren Geschäftsmodellen unterscheiden würden.

Bundesbanker Dombret fordert die Institute auf, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen. Doch neue Ideen sind rar. Der Ausbau des Beratungsgeschäfts stößt auch wegen der verschärften Gesetze an seine Grenzen. Vorerst versuchen es die Banken daher mit Sparprogrammen.

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Quelle: dpa Picture-Alliance

Dabei setzen sie gerade bei den Filialen den Rotstift an. Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Steria Mummert geht hervor, dass ein Drittel der deutschen Kreditinstitute weitere Schließungen ins Auge fassen. Ende 2013 gab es in Deutschland nach Zahlen der Bundesbank noch 38 225 Bankstellen, fast 11 500 weniger als zehn Jahre zuvor
Zudem liefern sich die Institute einen harten Kampf um neue Kunden und damit neues Geschäft. Kostenlose Girokonten und Wechselprämien sollen sie anlocken. Was Verbraucher freut, besorgt Aufseher. Denn sie fürchten, dass dieser Wettbewerb nicht mehr gesund ist und damit langfristig der Wirtschaft schaden könnte.

Eine Antwort müssen die Banken auch auf die neue Konkurrenz aus dem Internet finden. Dort entwickeln junge Unternehmen neue Ideen für den Umgang mit Geld und graben damit Stück für Stück den Banken das Wasser ab. Schon viel Boden verloren haben die Institute im Zahlungsverkehr an Unternehmen wie Google und Paypal.

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Erkannt haben sie die neue Gefahr. So hat die Commerzbank etwa eine eigene Entwicklungseinheit für solche neuen Geschäftsideen gegründet. Nachholbedarf bei der Digitalisierung des Bankgeschäfts erkennt auch die Deutsche Bank und hat deshalb die Aufgabe neu im Vorstand verankert. Der Umbruch der Bank-Branche scheint also erst gerade begonnen zu haben.

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