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Geschäftszahlen: Die Deutsche Bank will braver werden

von Mark Fehr

Wachsender Druck zwingt die neue Führung zu rascherem Handeln. Vorstandschef Anshu Jain will Entschlossenheit demonstrieren und 1.500 Investmentbanker feuern.

ThyssenKrupp

Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verschärft sein Sparprogramm und will 3000 Stellen in der Verwaltung streichen. Weltweit werde damit in den kommenden Monaten jeder fünfte Arbeitsplatz in der Verwaltung wegfallen, teilte ThyssenKrupp am Mittwoch mit. In Deutschland sollen 1500 Jobs gestrichen werden. Schwerpunkt der Stellenstreichungen soll die Essener Hauptverwaltung des Konzerns sein. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle verzichtet werden.

Das Unternehmen hatte im Februar dieses Jahres bereits die Streichung von 2000 Stellen in seinem europäischen Stahlgeschäft angekündigt. ThyssenKrupp hat nach erneuten Abschreibungen auf seine Stahlwerke in Übersee tiefrote Zahlen geschrieben. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) betrage der Verlust nach Anteilen Dritter 656 Millionen Euro. Nach den bisherigen Verkaufsgesprächen seien für die Werke in Brasilien und den USA Abschreibungen in Höhe von 683 Millionen Euro fällig geworden. Die Werke sollten "zeitnah" verkauft werden, bekräftigte der Konzern.

Bild: dpa

Seit Juni im Amt wollte die Doppelspitze der Deutschen Bank die geplanten Weichenstellungen für das Unternehmen ursprünglich erst im September verkünden. Doch die neue Führung aus Jürgen Fitschen und Anshu Jain ist während ihrer kurzen Amtszeit schon so stark unter Druck geraten, dass die beiden Top-Manager jetzt wohl mit einer Flucht nach vorn kontern wollten.

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Berlin

Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.

Bild: Reuters

Das betrifft vor allem den ehemaligen Investmentbanker Jain, dessen zuvor verantwortete Unternehmenssparte statt knapp einer Milliarde im Vorjahresquartal zuletzt nur noch 357 Millionen Euro vor Steuern verdiente. Das Konzernergebnis nach Steuern halbierte sich nahezu auf 661 Euro.

In Schutz nehmen muss die Bank ihren Co-Chef Jain aber vor allem wegen der Manipulation wichtiger Interbankenzinsen, an der ehemalige Mitarbeiter seiner Abteilung am Finanzplatz London gemeinsam mit Händlern von Konkurrenzinstituten beteiligt gewesen sein sollen. „Dies waren Fehler von wenigen Individuen, die aus eigenem Antrieb gehandelt haben“, stellte Finanzchef Stefan Krause nun in einer Telefonkonferenz mit Analysten klar.

Libor Deutsche Bank im Manipulationsstrudel

Was wusste Anshu Jain über die mögliche Manipulation von Libor und Euribor durch Händler der Deutschen Bank? Vermutlich nicht viel. Zum ernsten Problem wird sie dennoch.

Libor: Deutsche Bank im Manipulationsstrudel

Auch laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus einem Brief von Aufsichtsratschef Paul Achleitner an die Mitarbeiter der Deutschen Bank waren keine Mitglieder des Vorstands in die Zinsmanipulationen verwickelt. Das ist ein vorläufiger Freispruch für Jain, allerdings sind die Untersuchungen der Finanzaufseher bei dem Institut noch nicht abgeschlossen.

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