Bild: dpaThyssenKrupp
Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verschärft sein Sparprogramm und will 3000 Stellen in der Verwaltung streichen. Weltweit werde damit in den kommenden Monaten jeder fünfte Arbeitsplatz in der Verwaltung wegfallen, teilte ThyssenKrupp am Mittwoch mit. In Deutschland sollen 1500 Jobs gestrichen werden. Schwerpunkt der Stellenstreichungen soll die Essener Hauptverwaltung des Konzerns sein. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle verzichtet werden.
Das Unternehmen hatte im Februar dieses Jahres bereits die Streichung von 2000 Stellen in seinem europäischen Stahlgeschäft angekündigt. ThyssenKrupp hat nach erneuten Abschreibungen auf seine Stahlwerke in Übersee tiefrote Zahlen geschrieben. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) betrage der Verlust nach Anteilen Dritter 656 Millionen Euro. Nach den bisherigen Verkaufsgesprächen seien für die Werke in Brasilien und den USA Abschreibungen in Höhe von 683 Millionen Euro fällig geworden. Die Werke sollten "zeitnah" verkauft werden, bekräftigte der Konzern.
Bild: REUTERSTui
Europas größter Reisekonzern will unter seinem neuen Vorstandschef Friedrich Joussen (im Bild) die Kosten deutlich senken. Das Programm „OneTui“ soll dem Konzern durch Verringerung der Personal- und Sachkosten im Geschäftsjahr 2014/2015 das Erreichen eines operativen Ergebnisses von rund einer Milliarde Euro ermöglichen.
Tui-Chef Joussen erklärte am 15. Mai, die Zahl der Arbeitsplätze in der Tui AG-Konzernzentrale in Hannover werde von zur Zeit 186 auf unter 100 sinken. Ziel sei eine Senkung der Kosten von rund 73 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011/2012 auf mittelfristig 45 Millionen Euro.
Bild: dapdAxel-Springer-Verlag
Wie der Spiegel berichtet, plant der Axel-Springer-Verlag Einsparungen in Höhe von 20 Millionen Euro. Deshalb solle es massive Einschnitte bei dem Boulevardblatt "Bild" geben. Angeblich seien bis zu 200 Stellen bei der "Bild"-Gruppe von der Streichung bedroht.
Bild: dpaOutokumpu
Der finnische Edelstahlkonzern treibt nach der Übernahme der ThyssenKrupp-Edelstahltochter den Abbau Hunderter Jobs in Deutschland voran. Allein in diesem Jahr sollen weltweit bis zu 770 Stellen gestrichen werden, davon bis zu 570 in Deutschland, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Bis 2017 legt Vorstandschef Mika Seitovirta weltweit die Axt an bis zu 2500 Jobs an. Betroffen sind auch Werke in Finnland und Schweden. Er wolle den Konzern damit zurück in Gewinnzone führen, sagte Seitovirta. Im ersten Quartal schrieb Outokumpu einen Verlust von 152 Millionen Euro nach einem Gewinn zwölf Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Hersteller steht wegen der schwachen Nachfrage nach Edelstahl unter Druck.
Bild: dapdBASF
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will sein Spezialchemiegeschäft Performance Products wettbewerbsfähiger machen und rund 500 Stellen in dieser Sparte streichen. Der Abbau soll bis 2015 erfolgen und vor allem den Standort Basel betreffen, wie das Unternehmen am Dienstag in Ludwigshafen mitteilte. Die Pläne sehen vor, die Bereiche mit Kunststoffadditiven, Pigmenten, Wasser-, Leder- und Textilchemikalien neu auszurichten. Weitere Maßnahmen stünden noch auf dem Prüfstand. Im Segment Performance Products bündelt BASF auch noch die Inhaltsstoffe für Körperpflege und Pharmazeutika.
Bild: dpaPortigon
Der WestLB-Nachfolger baut einem Zeitungsbericht zufolge innerhalb der nächsten drei Jahre 2450 Stellen ab. Allein im laufenden Jahr streiche das dem Land NRW gehörende Unternehmen mehr als 1000 Arbeitsplätze und gliedere weitere 500 Stellen in eine Tochtergesellschaft aus, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf einen Portigon-Sprecher. 600 Mitarbeiter sollten zudem im Laufe des Jahres Abfindungsangebote erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Der Vorstand habe dies in einer internen Veranstaltung bekanntgegeben. Bis 2016 soll demnach die Zahl der Mitarbeiter auf 150 sinken von rund 2600 Ende 2012. Damit wäre der Stellenabbau deutlich größer als von Vorstandschef Dietrich Voigtländer im Dezember angekündigt.
Portigon ist Rechtsnachfolger der WestLB. Die einst größte deutsche Landesbank wurde nach einer langen Kette von Skandalen, Fehlspekulationen und Rangeleien um öffentliche Garantien und Finanzspritzen auf Druck der EU-Kommission zerschlagen.
Bild: dpaVodafone
Der Mobilfunkriese will in Deutschland bis 2015 rund 500 Stellen abbauen. Teile der Informationstechnologie verlagere der Konzern nach Indien, Teile der Netzwerküberwachung gingen nach Rumänien. Vodafone begründete den Schritt unter anderem mit dem preisaggressiven Wettbewerb in der Branche und hohen Investitionen. Zudem plant das Unternehmen, die Kundenbetreuung in eine Service-Gesellschaft auszugründen, um Einstiegsgehälter für Beschäftigte zu senken. „Wir bezahlen Gehälter und Löhne, die deutlich über dem Marktniveau liegen“, sagte ein Vodafone-Sprecher. Niedrigere Löhne bekommen aber nur neue Mitarbeiter. Bei Vodafone Deutschland arbeiten derzeit 11 000 Menschen.
Bild: REUTERSSchaeffler
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler plant nach Gewerkschaftsangaben einen drastischen Stellenabbau in FAG-Werk in Wuppertal. 750 der 1500 Beschäftigen könnten den Arbeitsplatz verlieren, erklärte die Gewerkschaft IG Metall. In Wuppertal stellt Schaeffler Wälzlager her, die insbesondere bei Windkraftanlagen eingesetzt werden. Die Windkraftbranche leidet unter den eingestampften staatlichen Zuschüsse für erneuerbare Energien, der stagnierenden Weltwirtschaft und Überkapazitäten. Weltweit beschäftigt Schaeffler rund 76.000 Mitarbeiter.
Bild: dpaSiemens
Auf dem Weg zu höheren Renditen streicht Siemens in seinem Industriesektor weltweit mehr als 4000 Stellen. Der größte Teil davon fällt im Vertrieb weg, rund 1700 Beschäftigte müssen sich dort eine andere Arbeit suchen, wie Spartenchef Siegfried Russwurm am 11. April verkündete. Um rund 500 Stellen muss die Zentralverwaltung schrumpfen, ebenso viele Mitarbeiter trifft es im Getriebegeschäft. Durch Werksschließungen in Pakistan und Indien spart Russwurm nochmals über 300 Stellen ein. In den Industrie-Geschäftsfeldern, die Siemens aufgibt, sind weitere 1000 Mitarbeiter betroffen. Zu den Bereichen gehören margenschwache Bereiche wie der Solarumrichterbau.
Die Pläne sind Teil des konzernweiten Sparprogramms, dass Konzernchef Peter Löscher ausgerufen hat, um die Siemens-Marge nach oben zu treiben. Er will sich allerdings nicht festlegen, wie viele Stellen insgesamt dem Profitplänen zum Opfer fallen sollen. Arbeitnehmervertreter rechnen inzwischen mit mehr als 10.000 Jobs.
Bild: dpa/dpawebGiesecke & Devrient
Der Banknoten- und Chipkartenkonzern hat nach einem erneuten Gewinnrückgang den Abbau von 400 Arbeitsplätzen angekündigt. Rund 125 davon sollen am Firmensitz in München gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Betroffen davon ist vor allem das Chipkartengeschäft. Dort sollen die Kosten durch das Sparprogramm um 60 Millionen Euro jährlich verringert werden.
Im vergangenen Jahr ging der Gewinn des Konzerns um 26 Prozent auf 39 Millionen Euro zurück. Der Umsatz legte vor allem dank eines deutlichen Wachstums im Banknotengeschäft um knapp zehn Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu. Weltweit beschäftigt Giesecke & Devrient rund 11.200 Mitarbeiter.
ThyssenKrupp
Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verschärft sein Sparprogramm und will 3000 Stellen in der Verwaltung streichen. Weltweit werde damit in den kommenden Monaten jeder fünfte Arbeitsplatz in der Verwaltung wegfallen, teilte ThyssenKrupp am Mittwoch mit. In Deutschland sollen 1500 Jobs gestrichen werden. Schwerpunkt der Stellenstreichungen soll die Essener Hauptverwaltung des Konzerns sein. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle verzichtet werden.
Das Unternehmen hatte im Februar dieses Jahres bereits die Streichung von 2000 Stellen in seinem europäischen Stahlgeschäft angekündigt. ThyssenKrupp hat nach erneuten Abschreibungen auf seine Stahlwerke in Übersee tiefrote Zahlen geschrieben. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) betrage der Verlust nach Anteilen Dritter 656 Millionen Euro. Nach den bisherigen Verkaufsgesprächen seien für die Werke in Brasilien und den USA Abschreibungen in Höhe von 683 Millionen Euro fällig geworden. Die Werke sollten "zeitnah" verkauft werden, bekräftigte der Konzern.
Seit Juni im Amt wollte die Doppelspitze der Deutschen Bank die geplanten Weichenstellungen für das Unternehmen ursprünglich erst im September verkünden. Doch die neue Führung aus Jürgen Fitschen und Anshu Jain ist während ihrer kurzen Amtszeit schon so stark unter Druck geraten, dass die beiden Top-Manager jetzt wohl mit einer Flucht nach vorn kontern wollten.
Bild: ReutersBerlin
Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.
Bild: LaifFrankfurt
In der Deutschen-Bank-Zentrale fürchten einige Manager zu viel Einfluss der Investmentbanker. Als Beleg sehen Skeptiker die Besetzung der Top-Position im Risikomanagement durch einen Getreuen von Co-Chef Jain.
Bild: dpaBonn
Der kommende Postbank-Chef Frank Strauß soll Ertragskraft und Effizienz des größten Zukaufs der Ära Ackermann stärken. Dafür muss er vor allem kulturelle Differenzen in den Griff bekommen.
Bild: LaifLondon
Die Zentrale der Investmentsparte der Deutschen Bank sitzt in London und beeindruckt Besucher mit moderner Kunst. Sie will von der Schwäche der Konkurrenz profitieren und weltweit unter die Top 3 vorstoßen.
Bild: ReutersNew York
Wegen ihrer zweifelhaften Rolle in der Verbriefung minderwertiger Hypothekenkredite protestieren Hausbesitzer in den USA gegen die Deutsche Bank. Die Schadensersatzforderungen belasten das neue Duo an der Spitze.
Bild: LaifPeking
Das Geschäft in Asien wird für die Deutsche Bank trotz staatlicher Beschränkungen immer wichtiger. Am größten sind die Wachstumsaussichten in China. Aber auch Indien erweist sich als unausgeschöpftes Finanzreservoir.
Berlin
Das Verhältnis der Deutschen Bank zur Politik war unter Ackermann zwiespältig. Das soll nun vor allem Co-Chef Fitschen pflegen.
Das betrifft vor allem den ehemaligen Investmentbanker Jain, dessen zuvor verantwortete Unternehmenssparte statt knapp einer Milliarde im Vorjahresquartal zuletzt nur noch 357 Millionen Euro vor Steuern verdiente. Das Konzernergebnis nach Steuern halbierte sich nahezu auf 661 Euro.
In Schutz nehmen muss die Bank ihren Co-Chef Jain aber vor allem wegen der Manipulation wichtiger Interbankenzinsen, an der ehemalige Mitarbeiter seiner Abteilung am Finanzplatz London gemeinsam mit Händlern von Konkurrenzinstituten beteiligt gewesen sein sollen. „Dies waren Fehler von wenigen Individuen, die aus eigenem Antrieb gehandelt haben“, stellte Finanzchef Stefan Krause nun in einer Telefonkonferenz mit Analysten klar.
Auch laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus einem Brief von Aufsichtsratschef Paul Achleitner an die Mitarbeiter der Deutschen Bank waren keine Mitglieder des Vorstands in die Zinsmanipulationen verwickelt. Das ist ein vorläufiger Freispruch für Jain, allerdings sind die Untersuchungen der Finanzaufseher bei dem Institut noch nicht abgeschlossen.
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