Geschäftszahlen: Doppelstrategie der Commerzbank zeigt Wirkung

Geschäftszahlen: Doppelstrategie der Commerzbank zeigt Wirkung

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Der Sparkurs bei der Commerzbank zeigt erste Erfolge. Das Sparen geht aber weiter

von Mark Fehr

Der Niedrigzins zwingt Deutschlands zweitgrößte Bank zu einem radikalen Sparkurs. Er treibt ihr aber auch scharenweise neue Kunden in die Hände.

Bei der Commerzbank machen sich der Umbau des Geschäfts und der harte Sparkurs bemerkbar. Im ersten Halbjahr konnte das Unternehmen 130.000 neue Kunden gewinnen, bis 2016 sollen es eine Million mehr sein. Dabei hilft die dank rekordniedriger Zinsen steigende Nachfrage nach privaten Immobilienkrediten. Der rege Zulauf ist aber auch einer teuren Marketingkampagne zu verdanken sowie einem glücklichen Händchen von Martin Blessings PR-Strategen bei der Auswahl der überraschend erfolgreichen Fußballnationalmannschaft als Werbeträger.

Gleichzeitig muss die Commerzbank auf der Kostenseite gegen den von der Europäischen Zentralbank verordneten Niedrigzins ankämpfen – wie andere Banken auch. Das Ergebnis stieg im ersten Halbjahr zwar auf 300 Millionen Euro, nach einem Minus von 58 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damals hatten Restrukturierungskosten etwa in Form von Abfindungen für massenhaft entlassene Mitarbeiter schwer zu Buche geschlagen.

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Blickt man allerdings auf die operativen Bereiche der Bank, also vor allem das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden, ging das Ergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 um mehr als sieben Prozent zurück. Denn die niedrigen Zinsen vermiesen der Bank bei der Wiederanlage ihrer Kundengelder die Erträge. Das Zinsniveau war im Vorjahr zwar auch schon niedrig, hat sich aber mittlerweile noch weiter nach unten bewegt.

Das Sparen geht weiter

Als Gegenmaßnahme hat die Commerzbank bereits einen großangelegten Stellenabbau in die Wege geleitet, der vor allem im personalintensiven Filialgeschäft Kosten sparen soll. Wie Finanzchef Stephan Engels heute angekündigt hat, wird das Sparen weiter gehen. Allerdings nicht in Form von Großprojekten wie in der Vergangenheit, sondern als kontinuierlicher Prozess. So gibt es bereits Gerüchte, wonach die Bank hunderte Stellen etwa aus der Finanzbuchhaltung in billigere Servicegesellschaften auslagern will. Engels weist allerdings darauf hin, dass die Bank diese Gerüchte nicht bestätigt hat.

Der Finanzchef geht davon aus, dass das Zinsniveau noch für einen längeren Zeitraum niedrig bleiben wird. Das setzt die Bank zwar unter Kostendruck, treibt ihr aber auch zahlreiche neue Kunden in die Filialen, die günstige Baufinanzierungen abschließen wollen. Das Neugeschäft bei privaten Immobilienkrediten stieg im zweiten Quartal auf 2,7 Milliarden Euro und übertraf damit das bereits starke Vorquartal sogar noch um 18 Prozent.

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An ihrer Filialstruktur will die Commerzbank nach Darstellung von Finanzchef Engels trotz des hohen Kostendrucks festhalten. Tiefe Einschnitte in das Netz und Filialschließungen, wie zuletzt bei der HypoVereinsbank angekündigt, soll es nicht geben.

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Finanzbranche fährt die Bank eine Doppelstrategie. Sie steckt einerseits Geld in neue Software für das mobile Banking per Smartphone oder Tabletrechner und möbelt ihr Kundenportal im Internet auf. Zudem ermöglicht sie ihren Kunden, immer mehr Finanzprodukte auch online abzuschließen. Gleichzeitig soll das Filialnetz bestehen bleiben, damit die persönliche Beratung etwa bei den derzeit stark gesuchten Immobilienkrediten weiter flächendeckend möglich bleibt.

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