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Goldman Sachs: Ein Banker lässt Dampf ab

Der Gastbeitrag eines frustrierten Goldman-Sachs-Bankers in der „New York Times“ sorgte im März für weltweite Schlagzeilen. Greg Smith ging mit dem Wall-Street-Haus hart ins Gericht. Er warf seinen Kollegen vor, ihre Kunden abzuzocken. Nun kommt Smiths Buch heraus.

Banken in 136 Ländern hat das US-Magazin „Global Finance“ für seine Rangliste der besten Banken 2012 unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Schließlich wurden in zwölf Kategorien Gewinner gekürt. Dies seien nicht immer die größten, aber sicher die besten Banken, betont das Magazin.

Beste Sub-Depotbank: Citibank

In der Kategorie beste Sub-Depotbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt und decke damit 61 Märkte sowie 98,5 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Als Sub-Depotbanken bezeichnet man Depotbanken, die von anderen Finanzinstituten in Ländern beauftragt werden, in denen diese selbst nicht tätig sind.

Bild: rtr

Auf dieses Buch hat die Wall Street seit Monaten gewartet: Greg Smith legt seine persönliche Abrechnung mit Goldman Sachs vor. Der Mann ist nicht irgendwer: Er hatte im März nach zwölf Jahren bei der berühmt-berüchtigten US-Investmentbank gekündigt und in einem Gastbeitrag in der „New York Times“ mächtig Dampf abgelassen. Die Kunden würden abgezockt und als „Muppets“ verspottet, schrieb Smith damals. Die Firmenkultur sei verroht, lautete sein ernüchterndes Fazit

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Die Worte schlugen ein wie eine Bombe. Selten hatte ein Banker so über seinen (Ex-)Arbeitgeber hergezogen. Das Buch, das an diesem Montag erscheint, soll weitere Details preisgeben. Es heißt wörtlich übersetzt „Warum ich Goldman Sachs verlassen habe“. Die deutsche Fassung, die am 2. November herauskommt, titelt allerdings reißerischer: „Die Unersättlichen. Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab.“ Der Verlag verspricht einen „einzigartigen Blick hinter die Kulissen des Wall-Street-Giganten“.

Das Buch ist noch nicht draußen, da tobt schon eine PR-Schlammschlacht in den Vereinigten Staaten. Goldman Sachs spielte der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg die Ergebnisse eines internen Untersuchungsberichts über Greg Smith zu. Darin wird sein Abgang in ein für ihn wenig schmeichelhaftes Licht gerückt: Wenige Monate zuvor habe Smith eine Gehaltsverdoppelung auf eine Million Dollar im Jahr gefordert sowie eine Beförderung. Beides sei abgelehnt worden.

Er hatte gehofft, sein Gastbeitrag wäre ein Weckruf

Nun steht die Frage im Raum: Haben Greg Smith edle Motive geleitet oder war es platte Rache? Smith geht in einem Interview mit dem bekannten US-Fernsehjournalisten Anderson Cooper in die Offensive: Er habe sein Herzblut in die Arbeit bei Goldman Sachs gesteckt und gehofft, sein Gastbeitrag wäre ein Weckruf für das Management. „Denn es gibt viele Leute, die die Dinge intern eingestehen, aber niemand wagt es, sich öffentlich zu äußern.“ Als Verrat sehe er sein Auftreten nicht an.

Ist das Buch die ganze Aufregung überhaupt wert? Ein paar Exemplare kursierten bereits Tage vor dem Erscheinen unter der Hand. Die Kritiken fielen eher durchwachsen aus. Das Internetportal Politico meinte, das Buch enthalte wohl eher keine Enthüllungen über Goldman Sachs' Geschäftspraktiken, die die Bank in Bedrängnis bringen könnten. „Und die Geschichten übers wilde Feiern werden kaum überraschen.“

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