Griechenland: Banken drängen auf schnellen Schuldenschnitt

Griechenland: Banken drängen auf schnellen Schuldenschnitt

, aktualisiert 17. November 2011, 18:07 Uhr
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Die Banken drängen auf einen schnellen Schuldenschnitt für Griechenland.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Gläubigerausschuss soll die Verhandlungen zwischen den Banken, der EU und der griechischen Regierung beschleunigen. So soll der Schuldenschnitt so schnell wie möglich umgesetzt werden.

FrankfurtDie privaten Gläubiger drücken beim geplanten Schuldenschnitt für Griechenland aufs Tempo. Um die Verhandlungen mit der neuen Regierung in Athen und der EU zu beschleunigen, haben sich 45 führende Gläubiger - darunter Banken, Versicherer, aber auch Hedgefonds, zu einem Gläubigerausschuss zusammengeschlossen, sagte der Geschäftsführer des Weltbankenverbandes IIF, Charles Dallara, am Donnerstag in Frankfurt. „Was wir jetzt brauchen, ist ein Geist der Zusammenarbeit“, betonte er. Die Investoren stünden zu ihrer Zusage vom Oktober, dem kriselnden Griechenland die Hälfte seiner Schulden zu erlassen. Jetzt gehe es darum, die Einzelheiten auszuarbeiten. 

Griechenland dürfe aber nicht zum Präzedenzfall werden - etwa für Italien, warnte Dallara. „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir die Griechenland verabreichte Medizin irgendwo anders in Europa brauchen.“ 

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Die Finanzbranche hatte im Oktober nach langem Ringen mit der EU eingewilligt, auf nominal 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten. Dies soll über einen Anleihetausch passieren, mit dem die Schuldenlast des Euro-Landes bis 2020 um 100 Milliarden Euro reduziert werden könnte. Auf wie viel die privaten Gläubiger tatsächlich verzichten müssen, hängt auch von den Laufzeiten der neuen Anleihen und der Höhe der Zinsen ab. Die Verluste müssten für die Investoren aber auf den Netto-Barwert - also den abgezinsten Nennwert - begrenzt bleiben, forderte der IIF. 

Dallara geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass mindestens 90 Prozent der privaten Gläubiger dem Deal letztlich zustimmen. Allein in dem Gläubigerausschuss seien 70 bis 80 Prozent der Gläubiger vertreten. Auch der alte und neue griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hofft auf eine breite Akzeptanz: „Unser Ziel ist es, den Anleihetausch so zu gestalten, dass ihm möglichst viele private Gläubiger zustimmen“, sagte er in Athen.

Zu den konkreten Tauschmodellen wollte sich Dallara nicht äußern. Dies werde zuerst mit der Regierung in Athen besprochen. Dallara hatte sich am Mittwoch in Athen erstmals mit Papademos und Venizelos getroffen. „Wir werden bald einen gemeinsamen Nenner finden“, zeigte er sich zuversichtlich. 

Die Zeit drängt: Deshalb sollen die Investoren diesmal nicht - wie bei der inzwischen obsoleten Einigung vom Juli - unter vier Verianten wählen können, sondern maximal unter zwei. „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, es muss jetzt zügig gehen.“, sagte Dallara. 

Der Geschäftsführer des von Deutsche-Bank -Chef Josef Ackermann geführten IIF sagte, Griechenland sei mit der neuen Regierung unter dem früheren EZB-Vize Lukas Papademos auf dem richtigen Weg. Der Gläubigerausschuss werde in den nächsten Wochen intensiv mit der Koalition verhandeln. Aus griechischen Regierungskreisen war verlautet, man hoffe auf ein konkretes Angebot der Gläubiger bis Ende November. Nach den Worten von Dallaras Stellvertreter Hung Tran kann der Anleihetausch - „wenn alles glatt läuft“ - Anfang 2012 umgesetzt werden. Vorher müsse aber sichergestellt werden, dass die griechischen Banken große Kapitalspritzen bekämen, um den Schuldenerlass zu verkraften. Das soll bis zum Jahresende festgezurrt sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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